Borussia Mönchengladbach: Liegt über dem Klub ein Fluch?
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 31.12.2008 - 10:07Mönchengladbach (RP). Fußball ist nicht witzig. Fußball ist eine ziemliche ernste Angelegenheit. Darüber macht man keine Späße. Ehrlich. Schon gar nicht, wenn man Fan von Borussia Mönchengladbach ist.
Das ist jener Klub, den Väter ihren Kindern heute eher wie eine Erscheinung aus einem Grimmschen Märchen verkaufen. Es war also einmal ein Verein, der zog aus, mit seinem Spiel die Menschen überall in der Republik und weit darüber hinaus zu begeistern.
Da wirkten edle Ballartisten wie Günter Netzer, Jupp Heynckes und Allan Simonsen. Irgendwann muss wohl irgendjemand einen ziemlich bösen Fluch gegen die Fohlen vom Niederrhein ausgesprochen haben. Es wurden zwar fast nur noch Herren mit klangvollen Namen (darunter ein gewisser Kahé) verpflichtet.
Etwas in Vergessenheit ist dabei aber offensichtlich geraten, dass die Koordination zwischen Hirn und Beinen beim Fußball einen nicht zu unterschätzenden Anteil einnimmt. So stolpert die neue Borussia in einer gewissen Beständigkeit seit Jahren über jede sich bietende Grasnarbe.
Zelebriert wird woanders. In Hoffenheim werkeln sie gerade an einem neuem Fußballmärchen, Gladbach bietet dagegen ziemlich schwere Kost auf dem harten Acker der Realität. Das Leben wird auch nicht dadurch erträglicher, dass man ständig an sein Schicksal erinnert wird.
Dank gilt in diesem Zusammenhang den Produzenten von Handy-Klingeltönen in Form der Vereinshymne „Die Elf vom Niederrhein“. Neulich in der Regionalbahn war es dann mal wieder so weit. Anruf, Hymne, Klagelied. „Ja, ja“, raunzt ein älterer Herr von nebenan hinüber und lächelt dabei so verständnisvoll, als ob er ein Kleinkind aufmuntern will, das beim Murmelwerfen eine ziemlich lange Pechsträhne hat, „kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten.“
Super-Trost, wie in den vergangenen Jahren. Manche verstehen einfach den Ernst der Lage nicht.
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