Borussia: Marin: "Wir können es schaffen"
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 31.12.2008Im Interview mit unrerer Redaktion spricht Marko Marin über ein ein Jahr, das ihm gleich mehrere Wechselbäder der Gefühle beschert hat. Borussias Senkrechtstarter gibt besonders seinen Fans Grund zur Freude: Den bis zum Jahr 2010 laufenden Vertrag will er erfüllen.
Herr Marin, wie sehen Sie 2008?
Marko Marin: Es war für mich ein sehr schönes Jahr, und ein erfolgreiches.
Erfolgreich? Borussia ist zum Jahreswechsel Tabellenletzter.
Marin: Aber wir sind in die Erste Liga aufgestiegen, das vergessen viele schon. Ich bin mit aufgestiegen, habe meine ersten Länderspiele gemacht, meine ersten Tore geschossen in der Zweiten und Ersten Liga und auch in der A-Nationalmannschaft. Insgesamt ist das Jahr super gelaufen, auch wenn wir im Moment nicht so erfolgreich sind. Und ich habe meine Freundin Kathi kennengelernt.
Dennoch: Borussia steckt in großer Abstiegsgefahr. Woran liegt es?
Marin: Das hat mehrere Gründe. Positiv ist, dass einige andere Mannschaften auch nicht viel mehr geholt haben. Zwei Punkte zu einem Nichtabstiegsplatz, das ist aufzuholen. Wir müssen den Gedanken, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können, ins neue Jahr nehmen.
Das ist aber keine Antwort auf die Frage, warum es längst nicht so gelaufen ist wie nach dem Aufstieg erwartet.
Marin: Die Frage kann ich nicht beantworten, darum rede ich ja drumherum.
Trainer Hans Meyer sagt, die Balance stimme nicht im Kader. Hat er Recht?
Marin: Es wird wohl stimmen. Ich persönlich bin noch nicht so erfahren, dass ich das beurteilen könnte.
Sie sind 2007 schon mal mit abgestiegen. Damals haben alle gesagt, Borussia hätte eine Söldner-Truppe ohne Herz. Und jetzt?
Marin: Ich war 2007 nicht wirklich dabei, ging noch zur Schule, habe nur sporadisch mit den Profis trainiert und dann ein paar Spiele mitgemacht. Ich war nicht so nah beim Team, dass ich zu der Frage was sagen könnte. Aber ich weiß, dass die Stimmung in der Mannschaft heute recht gut ist, obwohl es nicht so gut läuft. Wir glauben an uns, wir werden es schaffen, nicht abzusteigen.
Und wenn doch, gehen Sie dann im Sommer zu einem anderen Verein?
Marin: Das werde ich immer wieder gefragt. Und ich sage immer wieder: Damit befasse ich mich jetzt nicht. Mein Vertrag läuft noch bis 2010. Wir wollen in der Ersten Liga bleiben und dann in der nächsten Saison vielleicht mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Sie haben wirklich noch keinmal darüber nachgedacht, zu einem anderen Verein zu wechseln? Zumindest dann, wenn Borussia absteigen sollte? Sie haben doch bestimmt Angebote von Spitzenklubs der Bundesliga und auch aus dem Ausland. Aber auch eines von Borussia. Haben Sie darüber geredet?
Marin: Christian Ziege hat mit mir über eine Vertragsverlängerung gesprochen, auch Max Eberl. Wir haben uns geeinigt, die Entwicklung erst einmal abzuwarten. So dringend ist es ja nicht, weil ich bis 2010 unter Vertrag bin. Erst einmal konzentriere ich mich ganz darauf, dass wir nicht absteigen.
Themawechsel. Was für ein Trainer ist Hans Meyer?
Marin: Ein Mann mit viel Erfahrung. Er versucht, uns etwas beizubringen, auch wenn das wahrscheinlich etwas Zeit braucht. Aber wir werden es schaffen und eine erfolgreiche Rückrunde spielen.
Hans Meyer hat gesagt, er könne sich nicht vorstellen, dass ein Verein so dumm sei, Millionen für einen jungen Mann wie Sie zu holen. Was sagen Sie dazu?
Marin: Es irritiert mich schon. Warum er das sagt, weiß ich nicht. Manche Vereine würden es vielleicht nicht tun, andere schon. Es ist Herrn Meyers Meinung.
Bundestrainer Joachim Löw hat Sie im Mai überraschend in die Nationalmannschaft berufen, dann aber nicht mit zu EM genommen. Wann haben Sie zuletzt mit ihm gesprochen?
Marin: Beim letzten Länderspiel, in Berlin. Er hat mir gesagt, dass ich fest zum Kader gehöre, er mit mir plant. 2009 stehen wichtige Länderspiele an: die WM-Qualifikation. Das wird ein ganz wichtiges Jahr, für die Nationalelf, für Borussia und auch für mich.
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