Borussia: Matmour wie im Training
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.08.2009Borussias algerischer Angreifer besorgte beim Sieg gegen Hertha BSC das wichtige 2:0. Es war ein Tor wie vom Reißbrett und ein Effekt der Arbeit auf dem Übungsplatz. "Das sind keine Zufallsprodukte", sagt Michael Frontzeck.
Karim Matmour stand, wo ein Stürmer stehen muss. So hatte er in jener 52. Minute wenig Mühe, den von Oliver Neuville präzise hereingespielten Ball über die Linie zu schieben. 2:0 stand es nun für Borussia gegen Berlin, und "es war ein wichtiges Tor, ohne dass es vielleicht nur ein 1:1 gegeben hätte", vermutete der 24-Jährige.
So hatte Matmour wesentlichen Anteil am ersten Sieg der Saison. Den hätte er schon eine Woche zuvor in Bochum klar machen können. Da aber verpasste er, wunderbar freigespielt von Raúl Bobadilla, das wohl vorentscheidende 4:0; Bochum kam danach noch zum 3:3. "Das hat mich geärgert", gestand Matmour.
Statistik und Zeiten
Neue dabei Alle sechs Zugänge dieses Sommers von anderen Vereinen wurden am Sonntag bei Borussia eingesetzt: Arango, Bobadilla, Marx, Meeuwis sowie Neustädter und Reus als Einwechselspieler.
Trainingszeiten Dienstag frei, Mittwoch 10 Uhr, Donnerstag 10 und 16 Uhr, Freitag 16 Uhr, Samstag 12 Uhr (nicht öffentlich).
Nächstes Spiel Sonntag, 17.30 Uhr, bei Werder Bremen
"Bei Sonne treffe ich öfter"
Gegen Berlin war nun sein Tag. Die Sonne schien, was die Lebensgeister des Algeriers beflügelt. "Dann treffe ich öfter", hat er mal erzählt. In der vergangenen Saison schaffte er in 34 Spielen nur drei Tore: "Das war zu wenig". Für die aktuelle Spielzeit hat er sich mehr Effektivität vorgenommen. Gegen Berlin gelang im zweiten Spiel Saisontreffer Nummer eins, der, so hofft Matmour, der Auftakt sein soll für weitere Torgeschichten.
Die von Sonntag hat ihren Ursprung auf dem Trainingsplatz. Es war ein Angriff wie vom Reißbrett: schnell, genau, effizient. Wie in Bochum beim ersten und zweiten Treffer lief ein Borusse durch zur Grundlinie und spielte den Ball zurück zum Torschützen.
Automatismen nennen die Trainer das. "Wir probieren im Training viele solcher Kombinationen aus. Die versuchen wir, dann im Spiel umzusetzen", erzählte Matmour. Wie vor dem Bochum-Spiel hatte Michael Frontzeck in der letzten Übungseinheit vor allem den Torabschluss proben lassen. "Die Tore sind keine Zufallsprodukte", stellte Frontzeck fest. "Wir haben ein hohes Trainingsniveau, das zahlt sich aus", frohlockte Sportdirektor Max Eberl.
Karim Matmour ist in Frontzecks 4-4-2-System in der "flachen Vier" im Mittelfeld mit zwei "Sechsern" und zwei Außenbahnspielern das rechte Gegenstück zu Juan Arango, dem neuen Star Borussias. Während der Venezolaner mit präzisen Pässen Angriffe einfädelt, übersprintet der schnelle Matmour oft die Abwehr des Gegners. Er ist also einer, der des Trainers Idee vom Konterspiel aus einer kompakten Defensive ausgezeichnet umsetzen kann.
Vielleicht aber auch einer, der weichen muss, wenn Frontzeck sich für die Variante mit drei defensiven Mittelfeldspielern entscheidet. Erst einmal aber hat Matmour gezeigt, dass er nicht nur ein Renner, sondern auch ein Torjäger ist. Und ein Schlitzohr.
Einmal sank er im Hertha-Strafraum Elfmeter-heischend nieder. Der erhoffte Pfiff blieb aus. "Schauspielerei gehört dazu, nächstes Mal klappt es vielleicht", sagte er grinsend. Eine ehrliche Einlassung, die wohl nur ein Stürmer macht, der stand, wo er zu stehen hat.
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