Borussia: Matmours Finale
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009Borussias algerischer Stürmer verlor mit seinem Nationalteam 0:2 in Ägypten. Nun treffen sich beide Mittwoch zum Entscheidungsspiel um die WM-Teilnahme. "Wir werden es schaffen", ist sich der Stürmer sicher.
Karim Matmour klang müde, um ihn herum waren die typischen Geräusche eines Flughafens. Borussias algerischer Nationalspieler machte sich gestern Vormittag mit seinen Teamkameraden auf den Weg – nicht zurück nach Algier, um sich, wie erhofft, als Volkshelden und WM-Teilnehmer feiern zu lassen, sondern in den Sudan, wo am Mittwoch in Khartum das Entscheidungsspiel um das letzte Afrika-Ticket für die WM 2010 in Südafrika ist.
Die 0:2-Niederlage im Nationalstadion von Kairo gegen Ägypten brauchte den Vorsprung der Algerier auf, beide Mannschaften sind punkt- und torgleich, so dass es "nun ein echtes Finale um die WM gibt, das wir gewinnen müssen", wie Matmour sagte.
Nur Bailly siegte
Logan Bailly Der Torhüter sah Belgiens 3:0-Testspielsieg gegen Ungarn von der Bank aus.
Michael Bradley Der Mittelfeldspieler unterlag mit den USA der Slowakei 0:1.
Paul Stalteri und Rob Friend Borussias Kanadier verloren mit ihrem Nationalteam 0:3 in Mazedonien.
"Wissen, dass wir besser sind"
Fast hatten sie es schon geschafft, die "Wüstenfüchse". Trotz des frühen 0:1 in der zweiten Minute "haben wir Charakter gezeigt und sind ruhig geblieben", sagte Matmour. Doch in der fünften Minute der Nachspielzeit schoss der Ägypter Emad Moteab das 2:0.
"Es ist unglaublich, dass es so viel Nachspielzeit gab, dafür gab es keinen Anlass. Dabei war der Schiedsrichter eigentlich gut, aber schon die erste Halbzeit dauerte zwei Minuten länger", hadert Matmour mit dem Schicksal. "Wir sind enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Aber wir wissen, dass wir besser sind", berichtete Matmour, der nur in der ersten Halbzeit mitspielte.
Im Vorfeld der Partie hatte es Ausschreitungen gegeben. Der algerische Teambus war mit Steinen beworfen worden, in Algerien hatten Jugendliche ägyptische Häuser überfallen. Beim Spiel aber blieb es im Stadion, das die Gastgeber in eine "Arena des Horrors" verwandeln wollten, vergleichsweise friedlich.
"Die Ägypter haben ihr Team unterstützt, aber uns nicht attackiert", sagte Matmour. Dennoch: "In den vergangenen drei Tagen habe ich wichtige Erfahrungen für 20 Jahre gemacht." Kaled Lemmouchia und Rafik Halliche, die bei der Hooligan-Attacke verletzt wurden, spielten mit Kopfverbänden.
Im Sudan, glaubt Matmour, werden die algerischen Anhänger in der Überzahl sein. "Es werden 30 Flugzeuge mit Fans kommen, es wird ein Heimspiel für uns", sagte er, während er die letzten Vorbereitungen für den Abflug in die sudanesische Hauptstadt Khartum trifft. Im Sudan indes leben auch viele Ägypter.
"Es wird ein ganz anderes Spiel. Wir werden auf schnelle Konter setzen", weiß Matmour. Für ihn und die anderen Algerier ist es das zweite "Spiel unseres Lebens" innerhalb weniger Tage. Nach 1982 (damals gab es ein 2:1 gegen Deutschland) und 1986 (Aus in der Vorrunde) wäre es die dritte WM-Teilnahme der Nordafrikaner.
Frühestens Donnerstag wird Matmour zurück in Gladbach sein. Als algerischer Volksheld oder als trauriger WM-Verpasser. "Wir werden es schaffen", ist sich Matmour aber sicher.
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