Unterwegs mit Borussia: Max Eberl ist nah dran am Team
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010 - 15:42Saalfelden (RPO). Einmal noch werden die Borussen in Saalfelden üben. Am Donnerstag um 17 Uhr. Dann ist es vorbei, das Trainingslager in Österreich. Sportdirektor Max Eberl hat die Tage im Pinzgau genutzt, um sich ein Bild von der Mannschaft zu machen.
Aber auch, um Fahrrad zu fahren. Einmal hat er sogar am Pool des Mannschaftshotels Gut Brandlhof gelegen. Da war natürlich das Mobiltelefon dabei, denn es gehört zu den wesentlichen Ausstattungsmerkmalen eines Sportdirektors.
In einem Trainingslager gibt es auch mal reichlich Ruhe für Gespräche. So saß Eberl des Öfteren mit Trainer Michael Frontzeck beisammen, das Thema war natürlich Borussias Zukunft. Was die aktuelle Arbeit des Teams angeht, ist Eberl zufrieden. „Schon im ersten Trainingslager in Herzlake hat sich gezeigt, dass alle gut mitziehen. Das war hier auch so“, sagt er. Hätte sich Raúl Bobadilla nicht verletzt im Spiel gegen West Ham United, dann wäre Eberls Bilanz eine durchweg positive gewesen.
So aber fehlt erstmal der Erstangriff, denn auch Igor de Camargo ist in der Reha, wie Bobadilla ist der Brasilianer mit belgischem Pass am Sprunggelenk verletzt. „Wenn die Toptransfers der letzten beiden Jahre ausfallen, ist das natürlich ärgerlich“, sagt Eberl. Jeweils vier Millionen Euro haben beide gekostet. So ist Eberl froh, dass Mo Idrissou da ist. Der Kameruner macht in Saalfelden einen fidelen Eindruck, lacht und scherzt viel mit seinem neuen Kollegen, sagt, Borussia sei sein „Traumverein“. Beste Voraussetzungen also für ein erquickliches Miteinander.
Ein Miteinander mit Gal Alberman, Paul Stalteri und Jan-Ingwer Callssen-Bracker gibt es nur noch insofern, dass alle drei bei Borussen trainieren. Eberl musste ihnen sagen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. „Das sind schwierige Gespräche, aber wir haben nun mal diese Entscheidung getroffen“, sagt Eberl.
Mit 36 Jahren ist er einer der jüngsten Manager der Bundesliga, und somit einer, der immer noch was dazu lernt, auch den Umgang mit weniger netten Themen.
Zu den Themen, über die Eberl gern spricht, gehört der Ist-Zustand der Mannschaft. In der vergangenen Saison ist etwas herangewachsen. Und das soll nun weiterentwickelt werden. Viele Veränderungen wird es nicht geben was das System angeht, es hat gut funktioniert, das 4-4-2 mit der flachen Vier im Mittelfeld. Gleichwohl „gibt es im Kader einige Möglichkeiten“, sagt Eberl.
Morgen nun geht es zurück nach Mönchengladbach und in die letzte Phase der Vorbereitung. Eberl hat seinen Hauptjob gemacht, der Kader ist beisammen. Jetzt ist Michael Frontzeck dran. Doch zurücklehnen will sich Eberl nicht, es gibt immer Ansätze, etwas zu verbessern. Darum schaut er heute am späten Nachmittag auch genau hin beim letzten Training in Österreich. Eberl ist dabei, auf dem Rasen, nah dran am Team. Das gehört für ihn zum Sportdirektor-Dasein dazu wie das Mobiltelefon.
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