Borussia Mönchengladbach: Meeuwis blüht wieder auf
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 24.03.2011Bei Feyenoord Rotterdam gehört der Ex-Borusse zu den Leistungsträgern. Seine Zeit in Mönchengladbach will der 30-Jährige nicht missen – seinem Ex-Trainer hätte er manchmal jedoch mehr Mut nach vorne gewünscht.
Marcel Meeuwis
Geboren am 31. Oktober 1980 in Goirle (Niederlande)
Position defensives Mittelfeld
Vereine Willem II Tilburg, VVV Venlo, Roda JC Kerkrade, Borussia Mönchengladbach, Feyenoord
Bundesliga-Spiele 20 (0 Tore)
Länderspiele drei Einsätze für die B-Nationalmannschaft
Am Rande Meeuwis besaß einst ein Bistro – heute betreibt er eine Tapas-Bar
Wenn das Flutlicht angeht, die Mannschaften ins Stadion einlaufen, das Publikum tosenden Applaus spendet – das sind die Momente, für die man als Fußballer lebt. Die 90 Minuten im Rampenlicht auf der großen Bühne der Fußball-Bundesliga. Die 90 Minuten eines Marcel Meeuwis sahen im vergangenen Jahr ein wenig anders aus. Wenn die Mannschaften eingelaufen sind, war der Niederländer derjenige, der sich im Trainingsanzug auf die Bank setzen durfte. Und da saß er dann. Fast die komplette Hinrunde. Auf der Bank bei Borussia.
Seit Januar hat sich einiges geändert im Leben des 30-Jährigen. Aus Mönchengladbach wurde Rotterdam, den Trainingsanzug tauschte er gegen das Trikot für einen Stammplatz bei Feyenoord. Dort spielt Meeuwis seit Ende Januar. "Ich habe dafür sogar auf einen Teil meines Gehaltes verzichtet", sagt Meeuwis. "Meine Situation bei Borussia war doch aussichtslos. Ich musste unbedingt ausgeliehen werden, um wieder zu spielen." Im Trainingslager der Mannschaft, Anfang Januar in Südspanien, war Meeuwis schon nicht mehr dabei.
"Ich weiß gar nicht so genau, was passiert ist", sagt Meeuwis. Vergangene Saison spielte der Niederländer, der für 1,5 Millionen Euro aus Kerkrade kam, noch regelmäßig. "Dann kam ein paar schlechte Spiele, woraufhin der Trainer drei, vier Leute ausgewechselt hat. Kurz darauf hatte das Team Erfolg", sagt der 30-Jährige. "Dann kannst du dir ausrechnen, dass du vorläufig nicht mehr spielen wirst." Aus "vorläufig" wurde "fast gar nicht" – zehn Minuten betrug Meeuwis' Einsatzzeit in der Hinrunde.
Dem damaligen Trainer Michael Frontzeck macht er keinen Vorwurf. "Wir kamen gut miteinander aus", sagt Meeuwis. "Nur taktisch war ich nicht seiner Meinung. Ich finde, wir hätten zu Hause nicht so defensiv spielen müssen", sagt er. "Mit Leuten wie Reus und de Camargo, oder Friend und Colautti in der vergangenen Saison, kann man mehr Druck machen."
Das kann er jetzt bei seinem neuen Klub. Seit Meeuwis zu Feyenoord wechselte, geht es dem taumelnden Altmeister wieder besser. Im Winter noch abstiegsbedroht, hat der Verein die obere Tabellenhälfte, "het linkerrijtje", wieder im Blick. Georgino Wijnaldum, eins der Riesentalente Rotterdams, sagte, die Organisation auf dem Platz sei durch Meeuwis besser geworden: "Das ist für junge Spieler unglaublich wichtig." Ein großes Lob.
Trotz des verschenkten halben Jahres – Meeuwis hegt keinen Groll. "Auch wenn es nicht das Abenteuer war, was ich mir erhofft habe – ich würde es jederzeit wieder machen. Ich wollte unbedingt in Deutschland spielen", sagt er. "Und Borussia ist ein toller Verein – wie Feyenoord." Ob Meeuwis jedoch über den Sommer hinaus in "De Kuip" zu sehen sein wird, ist fraglich. Sein Vertrag in Gladbach läuft noch bis 2012. "Über die Zukunft habe ich noch nicht nachgedacht", sagt er. "Aber wir werden eine Lösung finden." Allein schon, damit Meeuwis nicht wieder auf der Bank landet.
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