Borussia: Meeuwis, der Ordnungshüter
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.08.2009Der Neuling aus Kerkrade soll Borussia im defensiven Mittelfeld Stabilität geben. Doch in den ersten beiden Pflichtspielen fehlte er wegen einer Rotsperre aus Holland. Er hofft, gegen Berlin sein Debüt geben zu können.
Sitzen ist für einen Fußballer die Höchststrafe. Auf der Ersatzbank, natürlich, doch bleibt da immerhin die Chance, noch eingreifen zu dürfen ins Spiel. Auf der Tribüne jedoch, da gibt es kein Entrinnen vom Zuschauer-Dasein, da bleibt nichts als Hilflosigkeit.
So erging es Borussias Marcel Meeuwis am Sonntag in Bochum (3:3). Er musste tatenlos zusehen, wie den Kollegen nach und nach die Ordnung abhanden kam. Und auch die hübsche 3:0-Führung der ersten Halbzeit. "Wenn du das siehst, will du auf dem Platz sein und etwas tun", gesteht Meeuwis.
Zwei Spiele war er zum Zuschauen verdammt wegen eines Platzverweises, den er sich im letzten Spiel für Roda Kerkrade einhandelte. Zunächst schien es, als gelte die Sperre nicht für Deutschland, doch die Statuten der Uefa waren unerbittlich: Der 28-Jährige fehlte beim Pokalspiel in Frankfurt und eben in Bochum.
Familienbereich größer
Gefragt Aufgrund der starken Nachfrage wird der Familienbereich im Borussia-Park zum Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin (Sonntag, 15.30 Uhr) auf den gesamten Süd-Oberrang erweitert. Dort stehen alle Blöcke von Block 1A bis Block 7A zur Verfügung.
Tickets Für Kinder bis 14 Jahre kosten sie 6 Euro, die erwachsenen Begleitpersonen zahlen 25 Euro.
Einspruch gegen Dantes Sperre?
Darum kann er nachfühlen, welche Leiden Borussias Abwehrchef Dante bevorstehen. Der Brasilianer wurde in Bochum des Feldes verwiesen, weil er VfL-Stürmer Stanislav Sestak umrempelte. Eine Notbremse war das, da Dante letzter Mann war. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes entschied gestern, dass er wegen "rohen Spiels" zwei Meisterschaftsspiele aussetzen muss. Borussia prüft nun, ob es Sinn macht, Einspruch einzulegen, um die Sperre auf ein Spiel, das am Sonntag gegen Berlin, zu verkürzen.
"Mit Dante hätten wir in Bochum das 3:2 gehalten", glaubt Meeuwis. Und vielleicht auch mit ihm, denn der Niederländer ist als "Sechser" für die defensive Ordnung und Stabilität zuständig ist. Gern würde er Sonntag sein Debüt in der Bundesliga feiern. "Aber das muss der Trainer entscheiden", sagt Meeuwis. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den 1,5-Millionen-Zukauf einzubauen: Als dritten Mann im defensiven Mittelfeld neben Thorben Marx und Michael Bradley. Oder als einen von zwei Sechsern.
Möglich, dass Bradley dann weichen müsste, der in Bochum nicht gut war und erst Freitag von seiner Länderspielreise zurückkehrt. Meeuwis würde, so es so kommt, an der Seite von Thorben Marx spielen. Das Duo wirkte in der Vorbereitung sehr dynamisch.
"Wir verstehen uns gut, sind beide ballsicher und erfahren, die Abstimmung ist bestens", sagt Meeuwis. Oder aber Michael Frontzeck entscheidet sich angesichts des aktuellen Innenverteidigerschwunds – Dante ist gesperrt, die Alternativen Filip Daems und Jan-Ingwer Callsen-Bracker fallen ebenfalls aus – für eine defensive Dreierkette mit einem freien Mann als Absicherung. Allerdings erklärte der Trainer die Viererkette mal für unantastbar.
"Wir werden es sehen", sagt Meewis. Samstagvormittag, schätzt er, werde er erfahren, ob er endlich mitspielen darf. Die Sperre hat ihn geärgert. Denn in den letzten Spielen der Vorbereitung probte Frontzeck Meeuwis-lose Varianten. Und nun sind schon zwei Pflichtspiele ohne ihn gelaufen.
Dabei ist er gekommen, um Verantwortung zu übernehmen, gerade in Krisensituationen, wie es sie in Bochum gab. "Wenn so was passiert, wie die ersten beiden Gegentore, dann muss einer sagen, was zu tun ist, ob weiter nach vorn gespielt oder das Ergebnis verteidigt werden soll. Das gehört zu meinen Jobs", so der Ordnungshüter. Sitzen dagegen nicht.
Bilder vom Training am Dienstag gibt es hier.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









