Borussia Mönchengladbach: "Mein schlimmstes Spiel"
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 19:10Borussia Mönchengladbach (RP). Im September 2010 verlor Verteidiger Dante nicht nur 0:7 mit Borussia in Stuttgart, er brach sich in der Partie auch noch den Fuß. Heute träumt der Brasilianer von der Champions League – und wird familiär unterstützt.
Fussball Für einen ganz kurzen Moment erstirbt das Grinsen auf dem sonst so dauerfröhlichen Gesicht. Dante Bonfim Costa Santos erinnert sich. "Das war mein schlimmstes Spiel", sagt er. Die Rede ist vom 0:7 in Stuttgart, es war am 18. September 2010, vor fast anderthalb Jahren. Doch der Brasilianer erinnert sich noch sehr, sehr gut. An sieben Gegentore und eine Fußprellung, die sich später als Mittelfußbruch herausstellte und ihn zwei Monate ausfallen ließ. "Das möchte ich nie mehr erleben", sagt er. "Aber: Jetzt ist eine andere Zeit."
Wie wahr. Denn wie anders die Voraussetzungen heute sind, dazu braucht man nur einen kleinen Mann am Rande des Trainingsplatzes zu befragen. Er heißt Ian und ist der Bruder von Borussias Verteidiger. Ian ist neun Jahre alt, fast zwanzig Jahre jünger als sein großer Bruder. Aber das Nesthäkchen hat klare Vorstellungen. "Er hat nach dem Bayern-Spiel gesagt, dass wir Meister werden können", sagt Dante, während er sein Grinsen wieder aufsetzt. "Und ich sagte: ,Bleib ruhig. Du bist zu jung und träumst zu viel.'"
Angebote für Bobadilla
Nach RP-Informationen liegen Borussia mehrere Angebote für Raúl Bobadilla vor. Darunter eines vom FC Luzern. "Wir haben Gladbach unser letztes Angebot unterbreitet", sagte Luzern-Boss Walter Stierli der Zeitung "Blick". Auch Young Boys Bern und Mainz 05 sollen zu den Interessenten gehören. Die Ablösesumme könnte rund zwei Millionen Euro betragen.
Der kleine Bruder spricht eigentlich das aus, was im Umfeld des Klubs in den Hinterköpfen herumschwirrt. "Wir haben aber erst mal ein paar schwere Spiele vor uns", beschwört Dante. "Wer weiß – vielleicht dürfen in ein paar Monaten auch andere träumen." Zunächst geht der Blick des 28-Jährigen jedoch noch in eine andere Richtung. "Wir haben zwölf Punkte Vorsprung auf den siebten Platz", rechnet er vor. "Diese müssen wir verteidigen. Deshalb müssen wir uns konzentrieren und unsere Arbeit tun."
Dazu gehört für Dante auch, nicht über seine Vertragsinhalte zu sprechen. Dass Max Eberl gerne mit ihm verlängern möchte, hat der Brasilianer nach eigenem Bekunden gehört. "Ich lasse meinen Berater sprechen", sagt er. "Schließlich muss ich mich erstmal auf meinen Job konzentrieren."
Einen Job, den Dante mit seinen Kollegen hervorragend leistet. Borussias Abwehr ist die beste der Liga, in keiner europäischen Top-Liga gab es Teams mit weniger Gegentoren. "Das ist eine Leistung der ganzen Mannschaft", sagt Dante. "Wir stehen sehr kompakt, spielen taktisch gut. Ich hoffe, das bleibt so, auch in Stuttgart." Dass die Schwaben nicht Borussias Lieblingsgegner sind, weiß auch Dante, der aber wieder darauf verweist, dass sich die Zeiten eben geändert haben.
Konzentriert arbeiten, nicht träumen. Wirklich? Ein kurzes Stichwort bringt ein Glänzen in die dunkelbraunen Augen des Brasilianers. Champions League. "Das", sagt Dante, "wäre ein Traum." Mit Lille und Lüttich hat er bereits in der Königsklasse gespielt. "Das will jeder erreichen", sagt der Brasilianer. "Aber wir sind nur dann gut, wenn wir nicht zu viel darüber nachdenken."
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









