Borussia: Meyer da – und ein Testspieler aus Montenegro
zuletzt aktualisiert: 28.06.2011 - 19:05Bad Wörishofen (RPO). Der montenegrinische U21-Nationalspieler Asmir Kajevic absolviert während des Trainingslagers der Borussen in Bad Wörishofen ein Probetraining. Der 21-Jährige spielt im linken offensiven Mittelfeld. Derzeit ist der serbische Klub FK Borka sein Arbeitgeber.
Am Dienstag trainierte Kajevic am Nachmittag im kleinen Kreis derer, die erst seit Dienstag da sind, mit. Auch der vom Karlsruher SC geholte Lukas Rupp ist noch nicht da, er kommt erst am Donnerstag. Bei 25 Grad mussten sich die Borussen gruppenweise durch den einen Zirkelparcours quälen. Ein Dribbelkurs, Hindernis-Hüpfen und Ball hochhalten waren angesagt auf dem Nebenplatz des Trainingsgeländes.
Die andere Gruppe musste, angeleitet von Athletik-Trainer Chris Weigl, 20 Kilogramm schwere Eisenstangen stemmen. „Wir werden das mit der Zeit steigern, bis zu 80 Kilogramm“, sagt Weigl. Es geht beim Stangen-Stemmen nicht darum, die Muskeln zu stählen, „es ist eine Vorbereitung der Explosivität und Schnelligkeit“. Wer mit schwerer Last schnell hoch kommt, ist ohne diese noch schneller.
Auch die von Trainer Lucien Favre favorisierten Laufübungen mit Ball schulen zugleich Kondition und Technik: „Das ist fußballspezifischer, das ist gut für uns“, sagt Stürmer Mike Hanke. „Die Intensität ist aber noch nicht so hoch. Die steigern wir im Laufe der Vorbereitung. Im Moment sind die Übungen länger und weniger intensiv. Es geht darum, die Jungs langsam aufzubauen“, sagt Weigl, der mit dem Fitnesszustand der Spieler insgesamt zufrieden ist. Martin Stranzl allerdings gesteht, dass „es ganz schön schlaucht“.
Favre entpuppt sich also als sanfter Schleifer: "Wir machen ein Maximum mit dem Ball", hatte der Schweizer angekündigt. Aber auch ausgedehnte Steigerungsläufe können, zumal bei hohen Temperaturen, weh tun. „Durch die Witterungsänderung ist es sehr extrem. Gerade die Einheiten mit Ball sind hart“, sagt Hanke. Die Zeiten, da Borussen mit schweren Bleiwesten Steigungen hoch liefen (daran erinnert sich Vize-Präsident und Ex-Profi Rainer Bonhof) sind vorbei, und auch die, der Medizinbälle.
Das Konditionstraining ist spielerischer geworden – aber nicht weniger anstrengend. Oscar Wendt, Matthias Zimmermann und Havard Nordtveit, die erst seit Dienstag da sind, absolvierten Dienstagvormittag einen Laktattest. Marco Reus, der verletzt in die Sommerpause gegangen war („Ich habe keine Probleme mehr“) machte eine regenerative Einheit mit Physio Adam Szordykowski.
Am Nachmittag hatten die Borussen frei. „Das tut gut. Ich glaube nicht, dass wir viel unternehmen werden. Die meisten werden schlafen oder sich behandeln lassen“, sagte Mike Hanke. Tatsächlich gönnten sich die Borussen Ruhe. „Es ist wichtig, dass nach der Belastung der letzten Tage der Körper mal runter kommt“, sagt Weigl.
Während sich die Spieler am Vormittag quälten, kam das neue Präsidiumsmitglied Hans Meyer mit seinem Hund Aldo (ein 15 Jahre alter Golden Retreaver) im Mannschaftshotel Sonnenhof an. Die erste Präsidiumssitzung der Vorbereitung indes, die hat Meyer verpasst, schon am Montag hatten sich Präsident Rolf Königs, die Vize-Präsidenten Rainer Bonhof und Siegfried Söllner sowie Geschäftsführer Stephan Schippers auf der Hotelterrasse zusammengesetzt und eine erste Lagebesprechung abgehalten.
„Wir sind aber nicht ins Detail gegangen, wir warten erstmal ab, bis die Vorbereitung richtig angelaufen ist“, sagte Bonhof. Er flog am Dienstag zurück nach Mönchengladbach, als WM-Botschafter ist er am Mittwoch beim Frauen-WM-Spiel Brasilien gegen Australien im Borussia-Park dabei. Königs, Schippers und Mediensprecher Markus Aretz waren schon am Montagabend zurückgekehrt in die Heimat, um das erste WM-Spiel im Gladbacher Stadion zu „betreuen“.
Falls Lucien Favre bei aller Arbeit in Bad Wörishofen die Zeit findet, wir es sich vielleicht anschauen. „Das Niveau bei den Frauen ist da, sie haben große Fortschritte gemacht“, sagt Favre. Am Dienstagabend gönnte er seinen Spielern einen Grillabend. In den kommenden Tagen soll sich das Wetter verschlechtern. Ein wenig Regen würde die Arbeit auf dem Trainingsplatz durchaus angenehmer machen.
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