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Borussia: Mit Dreifach-Jubel auf Platz 16

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.05.2011 - 22:11

Der erste Jubel wurde vom schrillen Pfiff des Schiedsrichters Michael Weiner ausgelöst. Er machte Borussias 2:0-Sieg gegen den SC Freiburg definitiv. Dann die nächste gute Nachricht folgte kurz darauf: Lukas Podolskis Elfmeter-Tor machte Kölns 2:0 bei Eintracht Frankfurt perfekt und machte für die Gladbacher den Weg frei auf den Relegationsrang 16. Dann wurde noch Wolfsburgs 1:2 gegen Kaiserslautern verkündet – nun hat das Team von Lucien Favre sogar die Chance, am letzten Spieltag in Hamburg das Rettungswunder ohne die nervenaufreibenden Relegationsspiele zu schaffen.

Der Mann des Tages war Mike Hanke. Das 1:0 schoss der Blondschopf selbst in der 80. Minute, sein trockener Rechtsschuss sauste an Freiburgs Keeper Oliver Baumann vorbei ins Netz. Nur zwei Minuten später spielte Hanke einen feinen Pass in den Lauf von Marco Reus, der total abgeklärt das 2:0 erzielte. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das kaum in Worte zu fassen ist", gab Reus später bekannt. "Beim 1:0 bin ich sehr ruhig geblieben, nach dem 2:0 war ich erleichtert", sagte Favre. Hanke, der vor dem Spiel ein Tor angekündigt hatte, sagte, er habe bei seinem Treffer nicht viel nachgedacht, sondern "einfach draufgehalten, dann zappelte der Ball im Netz".

Es war sein erstes Tor für Gladbach – eines, das sehr wichtig ist. Denn: "Freiburg hat es uns sehr schwer gemacht. Ich habe das die ganze Woche gesagt. Wir haben es nicht gut gemacht, es war wichtig, die Ruhe zu behalten, und das haben wir nicht immer getan", sagte Lucien Favre. Trotz des Sieges und des ausgelassenen Jubels im Stadion warnte der Schweizer vor allzu großer Euphorie. "Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen auch in Hamburg drei Punkte holen. Dafür werden wir in dieser Woche hart arbeiten", sagte Favre.

Die Borussen taten sich schwer gegen gut organisierte Freiburger. "Sie haben es sehr gut gemacht, wir hatten Mühe im Spiel nach vorn", analysierte Favre. Kaum einmal erspielten sich die Borussen konkrete Möglichkeiten. Nur ein lang geschlagener Ball von Dante, der über Baumann hinweg hüpfte, aber am Pfosten landete, brachte tatsächliche Gefahr für das Freiburger Tor. "Wir haben mehrfach das System gewechselt, Mike Hanke hat nach 25 Minuten eine Neuneinhalb gespielt, weil Freiburg Überzahl im Mittelfeld hatte. Nach der Pause haben wir wieder ein klares 4-4-2 gespielt, dann waren wir besser", sagte Favre.

Die Freiburger entlarvten die Nervosität der Borussen. Es gab viele Ballverluste im Spielaufbau, das Mittelfeld konnte das Geschehen nicht ordnen. Dann traf Hanke und brachte die Gladbacher auf die Siegerstraße. "Wir mussten gewinnen", wusste Favre. "Wir haben jetzt drei Spiele in Folge zu Null gewonnen. Dieses Selbstvertrauen müssen wir mit nach Hamburg nehmen und dort auch gewinnen", sagte Hanke. Die Borussen haben jetzt einen Punkt mehr als Frankfurt, das kommende Woche bei Meister Borussia Dortmund antreten muss. Wolfsburg, das wie Gladbach 35 Punkte hat, aber die bessere Tordifferenz, spielt bei 1899 Hoffenheim. "Wir müssen auf uns schauen, sonst nichts", sagte Favre aber.

Er hat Borussia, die zwischenzeitlich schon totgesagt war, reanimiert. Ausgerechnet der Erzrivale 1.FC Köln hat Hilfestellung geleistet und dafür gesorgt, dass es die Borussen nun selbst in der Hand haben. "Schön, dass Köln gewonnen hat, das war sehr wichtig für uns", sagte Hanke. Wolfsburgs Niederlage rundete den Tag ab. Mit diesem Dreifach-Jubel kletterte Gladbach auf Rang 16. Nun wartet in Hamburg das nächste Endspiel.


 
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