Borussia Mönchengladbach: Musketier Brouwers ist bereit
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 09.08.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Niederländer setzte beim 1:0 in München den verletzten Martin Stranzl. Er verteidigte gut und leitete mit einem langen Ball den Siegtreffer ein. Es war eine gute Bewerbung um einen Stammplatz.
Gut eine halbe Stunde war gespielt in der Münchener Allianzarena, als aus dem Borussen-Block im Oberrang langgezogene "Roooeeelll"-Rufe hinunterstürzten auf den Rasen. Der, der gemeint war, der Niederländer Roel Brouwers, hatte gerade mal wieder den Kopf hingehalten für Borussia und den Ball aus dem Strafraum befördert. Der Schlacks verteidigte an der Seite von Dante bei diesem historischen 1:0-Sieg. Und er machte seine Sache richtig gut.
Nun ist Brouwers, der den verletzten Martin Stranzl ersetzte, keiner, der sich vom Erfolg den Kopf verdrehen lässt. "Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen", sagte Brouwers nach dem Triumph, zu dem er einen gehörigen Teil beigetragen hatte.
Roel Brouwers
Geboren am 28. November 1981 in Heerlen, Niederlande
Bei Borussia seit 2007
Größe 1,90 m
Vereine Roda JC Kerkrade (bis 2005), SC Paderborn 07 (2005 bis 2007), Borussia Mönchengladbach (2007 bis heute)
Bundesliga-Spiele 75
Bundesliga-Tore 11
Nicht nur, weil er das eigene Tor verteidigte, sondern auch, weil er den Treffer des Tages einleitete mit einem langen Ball auf Igor de Camargo, von dessen Schädel das Spielgerät ins Tor flog. Dass dieser Assist ein Zufallsprodukt war, wie einige Bayern-Spieler glaubten, wollte Brouwers so nicht stehenlassen. "Ich habe Igor gesehen", versicherte er.
Dass Manuel Neuer, der überhastet aus seinem Tor lief, die Geschichte begünstigte, weiß Brouwers. "Aber Igor hat die Szene gut antizipiert, andere Stürmer hätten vielleicht schon abgedreht, weil sie sich dachten, dass sie den Ball nicht erreichen können. Aber Igor hat nachgesetzt und das Tor erzwungen", sagt er. So wurde de Camargo der Held des Tages erster Klasse, eben weil der das Tor schoss.
Auch der starke Marc-André ter Stegen bekam das große Lob, weil er hielt, als es darauf ankam. Brouwers gehörte zu den B-Helden. Er tat seine Arbeit, wie die anderen Kollegen auch, im Kollektiv. Das ist weniger spektakulär, aber letztlich eminent wichtig. "Wir haben als Mannschaft sehr gut dagegen gehalten, darum war der Sieg am Ende auch nicht unverdient", sagte Brouwers.
Ob er am Samstag gegen den VfB Stuttgart erste Wahl ist, hängt von Stranzls Wade ab. Der Österreicher konnte gestern noch nicht mit dem Team üben, will aber heute Extraschichten machen, um möglichst schnell fit zu werden. Kann Stranzl spielen, wird Brouwers wohl wieder auf die Bank müssen. "Der Trainer entscheidet, wer spielt. Dante und Martin machen ihre Sache gut. Doch ich denke, der Trainer weiß, was er an mir hat. Wenn ich gebraucht werde, bin ich bereit", sagte Brouwers.
In München untermauerte er diese These mit einer starken Leistung und bewarb sich so um einen Platz in der ersten Reihe. Mario Gomez jedenfalls, um den sich Brouwers kümmerte, kam selten in den Genuss einer Torchance; nur zweimal verschätzte sich der Borusse. Vor dem Spiel, als sich die Gladbacher im Kreis versammelten, um sich gegenseitig anzufeuern für die kommenden 90 Minuten, hatte Brouwers den Mitspielern gesagt: "Wir müssen kämpfen, alle für einen und einer für alle." Mit der Musketier-Devise schafften er und seine Kollegen die Überraschung.
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