Borussia Mönchengladbach: N & N – von Spiel zu Spiel besser
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Marco Reus, Borussias bester Torschütze, wird zu Borussia Dortmund wechseln. Mit Abwehrchef Dante wird verhandelt, aber er ist bei Bayern im Gespräch. Gehen wird definitiv Roman Neustädter. Das ist keine schöne Perspektive, denn die Doppelsechs mit Havard Nordtveit funktioniert gut.
Marco Reus ist Borussias bester Torschütze. 13 Treffer schaffte der Geschwindigkeitsfußballer, beim 2:1 in Kaiserslautern bereitete er zudem zum vierten Mal ein Tor vor. Reus wird zu Borussia Dortmund wechseln. Dante war in Kaiserslautern sprichwörtlich der Kopf der Defensive. Wer weiß wie oft stieß er mit seinem gelockten Schädel den Ball aus der Gefahrenzone, wenn Kaiserslautern mal wieder hoch und weit in Richtung Gladbacher Tor spielte. Und, entgegen seiner verspielten Natur, drosch er zuweilen den Ball auch mal stumpf auf die Tribüne. "Der Platz war schwierig, da darf man kein Risiko eingehen", sagte Dante. Dante, so wurde nun berichtet, ist beim FC Bayern München im Gespräch.
Wohlwollender Abschluss?
Wie Reus ist Dante eine zentrale Figur in Borussias Konzept. Als Spieler und als Typ. Ob Dante geht, ist offen. "Ich weiß, dass wir mit Dante und seinem Berater in Gesprächen und Verhandlungen sind. Die sind bislang gut verlaufen, so dass wir zu einem wohlwollenden Abschluss für beide Seiten kommen sollten. Ich sehe die Situation momentan so, dass sich Dante auch bei uns für den Europapokal qualifizieren kann. Dafür müsste er nicht irgendwo anders hingehen", sagt Vize-Präsident Rainer Bonhof.
Ein anderer wird, wie Reus, definitiv gehen: Roman Neustädter. Seine Ankündigung, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und künftig für Schalke zu spielen, ging ein wenig unter durch die zeitgleiche Einlassung seines Kumpels Reus, Dortmunder zu werden. Dabei dürfte der Abgang des früheren Mainzers nicht so leicht zu kompensieren zu sein, wie mancher zunächst dachte. Denn die Doppelsechs mit dem jungen Norweger Havard Nordtveit ist dann Geschichte. Das ist keine schöne Perspektive für Trainer Lucien Favre.
Er hat N & N gehegt und gepflegt, hat Nordtveit die richtigen Laufwege eingetrichtert und Neustädter mehr und mehr die Flapsigkeit ausgetrieben. Nordtveit spielte zuletzt wieder deutlich konzentrierter; Neustädter wächst in die Gestalterrolle hinein. Den nötigen Einsatzwillen haben beide. Und die Zusammenarbeit funktioniert "von Spiel zu Spiel besser", wie sie versichern. "Wir kennen unsere Laufwege, jeder weiß, was der andere tut", sagt Nordtveit. Er und Neustädter sind stets viel unterwegs, in Lautern kamen bei beiden deutlich mehr als zwölf Kilometer zusammen. Und sie haben gute Quoten in der Zweikampf-Bilanz. Sie halten der Offensiv-Abteilung den Rücken frei und entlasten die Abwehr, die auch darum die beste Europas ist. Allein: Tore produziert das Duo nicht, überhaupt kommt diesbezüglich wenig aus den hinteren Reihen. "Daran arbeiten wir", sagt Neustädter. "Ein paar Details gibt es immer zu verbessern. Aber sie ergänzen sich gut und das Umschalten von Offensive auf Defensive klappt", lobt Favre.
In Kaiserslautern durfte ein möglicher Neustädter-Nachfolger ein paar Minuten vorspielen: Winterzukauf Tolga Cigerci, wie Neustädter ein hochgewachsener, spielstarker Spieler, gab sein Gladbach-Debüt. Er vertrat Thorben Marx, der wegen einer Innenbanddehnung fehlte, heute aber wieder ins Training einsteigen will. Havard Nordtveit brachte eine Zehenprellung aus der Pfalz mit, wird aber Freitag gegen den HSV dabei sein. Gut für Borussia. "Wir wissen, dass wir nicht so im Mittelpunkt stehen, wir wissen aber auch, wie wichtig unsere Arbeit für die Mannschaft ist", sagt Roman Neustädter.
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