Borussia Mönchengladbach: Neustädters Einjähriges
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.01.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Seit dem Rückrundenstart der Borussen in Nürnberg am 15. Januar 2011 ist der künftige Schalker immer von Beginn an dabei. Damals schoss er sogar das Siegtor. Gegen die Bayern beginnt seine Abschiedsrückrunde in Gladbach.
Wenn Roman Neustädter irgendwann zurückschaut auf seine Fußballkarriere, wird er den 15. Januar 2011 als einen entscheidenden Tag ausmachen. Damals, Borussia startete beim 1. FC Nürnberg in die Rückrunde, fing der Profi Roman Neustädter erst richtig an zu existieren.
"Es hatte sich in der Trainingswoche angedeutet, aber ich war doch überrascht, dass ich in der Startelf stand", erinnert sich Neustädter. Über das, was in der Zukunft liegt, sein künftiges Engagement beim FC Schalke 04, darüber will er momentan nicht sprechen. Sein Thema ist Borussia. Und an jenem 15. Januar 2011, da begann sie wirklich, die Geschichte des Roman Neustädter in Gladbach.
Bestmögliches Ergebnis
"Das Geld, das wir für Marco Reus bekommen, wird in die Mannschaft investiert. Das ist eine große Aufgabe, aber wir wollen die Chance nutzen, Borussia damit auf eine neue Stufe zu heben. Das ist aber der zweite Schritt. Der erste Schritt ist, diese Rückrunde so zu gestalten, dass wir am Ende der Saison das bestmögliche Ergebnis einfahren." (Max Eberl)
Neustädter kam 2009 aus Mainz mit großen Ambitionen. Doch er schaffte den Durchbruch nicht. Er ging in sich, forschte nach Gründen und kam zu der Erkenntnis: "Es lag an mir." Er erfand sich neu und wurde mehr und mehr zur Alternative, bis Ex-Trainer Michael Frontzeck schließlich in Nürnberg auf ihn setzte. Und was tat Neustädter? Er schoss mit seinem bislang einzigen Bundesligator den wichtigen 1:0-Sieg heraus.
Seit diesem Tag hat Neustädter kein Spiel verpasst. 34-mal Bundesliga, zweimal Relegation und dreimal Pokal – er war immer von Beginn an dabei . Mit dieser Konstanz und der sportlichen Entwicklung vom Mitläufer zum ständigen Mitarbeiter im Gladbacher Mittelfeld hat er sich auch bei den Schalkern empfohlen. "Wir haben festgestellt, dass er ein sehr fleißiger, lernwilliger und disziplinierter Spieler ist, der dem Trainer zuhört und keine Faxen macht", sagte Schalke-Manager Horst Held dem Kicker.
Bei Schalke muss sich Neustädter dann neu beweisen, den sicheren Stammplatz, den er bei Lucien Favre hat, muss er sich dort erst erarbeiten. In Gladbach bekam er die nötige Zeit, sich zu entfalten. Dass er nun schon im Sommer den nächsten, großen Schritt macht, kam durchaus überraschend. Mancher Borussen-Freund wird es ihm gar übelnehmen, dass er geht.
Aber noch ist er Borusse. Und zwar ein Gesetzter. Wohl mit dem Norweger Havard Nordtveit wird der 23-Jährige auch am Freitag gegen die Bayern die Doppelsechs im defensiven Mittelfeld bilden. Für Neustädter ist es sozusagen das Einjährige: Er hat eine komplette Saison durchgespielt.
Die neue Konkurrenz, die Borussia dazu geholt hat für den Job vor der Abwehr, muss sich gedulden. Alexander Ring, der muskuläre Probleme vom Wintercup in Düsseldorf mitgebracht hat, sagt, er wolle natürlich spielen, "aber die Zeit ist noch zu kurz, um schon auf einen Platz in der Startelf zu hoffen". Auch Tolga Cigerci, der aus Wolfsburg kam, weiß, dass "Borussia es in der Hinrunde gut gemacht hat, und es darum schwer ist, ins Team zu kommen". Favre wird zunächst auf das Bewährte setzen, die Automatismen nicht gefährden, zumal nicht gegen die Bayern.
Was sich Neustädter vorgenommen hat, für seine Abschiedsrückrunde in Gladbach? "Öfter zum Abschluss kommen, mehr Tore". Aber gegen die Bayern, da wird es erst mal auf defensives Organisationstalent ankommen, weiß Neustädter. "Es ist alles perfekt gelaufen", sagt er im Rückblick auf den 15. Januar 2011. Und hofft, dass er das auch nach dem Start in die Rückrunde dieser Saison sagen kann.
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