Borussia: Nur die Rückrunde zählt
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 09.01.2010Max Eberl will Borussia in Ruhe voran bringen. Der zweite Teil der Saison ist im Fokus" und nichts anderes. Das stellte der Sportdirektor zum Abschluss des Trainingslagers in Spanien klar.
Max Eberl war nicht zufrieden. Sein Unmut galt indes nicht der Arbeitswoche in Andalusien. "Es war die richtige Entscheidung, das Trainingslager hier zu machen", sagte Borussias Sportdirektor am Freitag vor dem Rückflug nach Düsseldorf.
Nein, Eberl mag die Themen nicht, die derzeit rund um die Mannschaft kreisen. Marko Reus' WM-Chancen, Dantes sportliche Zukunft, Michael Bradley mögliches Duell mit Deutschland beim Weltturnier in Südafrika – all das ist Eberl viel zu weit weg. "Für uns ist nur die Rückrunde im Fokus. Und die wird schwer genug", sagte der 36-Jährige gestern in der Lobby des Mannschaftshotel La Cala Resort in Mijas.
Das Gerüst der Mannschaft steht
Problem Wetter?
Training Normalerweise steht am Samstag um 16 Uhr ein Training im Borussia-Park auf dem Programm. Doch wenn in der Nacht auf Samstag viel Schnee gefallen sein sollte, sieht Anton Häring, Leiter Stadion-Betriebstechnik, schwarz, dass der Platz bespielbar ist.
Freier Tag Nach dem Düsseldorfer Wintercup morgen haben Borussias Spieler am Montag frei. Dienstag beginnt die Vorbereitung auf den Rückrunden-Auftakt.
Eberl war als Spieler ein Kämpfer, und er ist es auch als Sportdirektor. Darum sagt er seine Meinung mit Nachdruck, wie jetzt in Spanien. Er will Borussia mit Ruhe und Bedacht voran bringen, weswegen er aus seiner Sicht unnötige Themensetzungen kritisierte. "Mir ist ein wenig der Kragen geplatzt", gestand Eberl. "Was haben wir denn erreicht?", fragte er. Und gab selbst die Antwort: "Wir haben 17 Spiele sehr ordentlich gemacht, wir sind mit einer jungen Mannschaft auf einem guten Weg. Aber wir sind noch lange nicht durch."
Schon der Auftakt einer Woche gegen Bochum wird nicht leicht. "Die haben auswärts zehn Punkte geholt, das sagt doch alles", sagte Trainer Michael Frontzeck, der seine Mannschaft gestern um 10 Uhr zum letzten Training in Spanien bat. Eine Woche bleibt dem 45-Jährigen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, was das Bochum-Spiel angeht.
"Das Gerüst der Mannschaft steht", sagte Frontzeck. Weitgehend wird er wohl dem Team vertrauen, das zuletzt in Leverkusen spielte, möglicherweise sogar komplett. "Gerade das Dortmund-Testspiel hat mir aber gezeigt, dass die, die zuletzt nicht so viel gespielt haben, bereit sind", sagte Frontzeck, der ohnehin nicht von einer A- und B-Mannschaft sprechen will. "Jeder im Kader ist wichtig."
Borussia hat Maßstäbe gesetzt mit der guten Hinrunde, doch Eberl will diese nicht überbewertet wissen. "Unser Ziel bleibt, dass wir eine Saison ohne Sorgen spielen wollen. Ob wir jetzt 18, 19 oder 21 Punkte holen, ist zweitrangig. Es geht nicht nur um irgendwelche Tabellenplätze, sondern darum, dass wir uns weiter entwickeln", sagt Eberl.
Noch ist die Mannschaft nicht so stabil, dass Rückschläge ausgeschlossen sind. "Aber wir sind dabei, etwas auf den Weg zu bringen", sagte Eberl. Borussia will die Konstanz, von der seit Jahren die Rede ist, leben. Das gilt auch für die Personalplanung.
"Die Spieler, deren Verträge auslaufen, haben gezeigt, dass sie wichtig für das Team sind, schon in der Hinrunde und auch jetzt. Wir werden in Ruhe überlegen und schauen, wie sie sich präsentieren", sagte Eberl. Unnötige Veränderungen bringen möglicherweise Unruhe. Die will Eberl vermeiden. Darum will er sich auf das Wesentliche konzentrieren. "Und das ist nur die Rückrunde."
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