Borussia: Patrick Paauwe ist Borussias Ordnungshüter
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.11.2008Patrick Paauwe mag es, wenn die Ordnung stimmt. Bei Borussia ist es sein Job, dafür zu sorgen. „Patrick ist, wie Filip Daems, einer, der über den Dingen steht“, sagt Hans Meyer über den niederländischen Strategen.
Gern würde Paauwe das mal wörtlich nehmen und sich ein Spiel, in dem er selbst auf dem Platz steht, von ganz weit oben anschauen, um zu sehen, wie es um die Ordnung bestellt ist. Da eine solch schizophrene Situation nichts ist als Utopie, muss er auf dem Feld schauen, anleiten und organisieren. „Wenn du mitten drin bist, ist das gar nicht so einfach“, sagt der 32-Jährige.
Gegen den FC Bayern, da hat die Ordnung gestimmt in den ersten 20 Minuten. Dann aber schoss Luca Toni ein Tor und weg war sie. „Das ist ein Problem, das wir haben“, sagt Paauwe. „Wir müssen unser Spiel durchziehen, egal, ob wir 0:1 hinten liegen oder 1:0 führen. Wenn wir das schaffen, kriegen wir die Automatismen, mehr Vertrauen und Sicherheit.“
Aussprache
Auch wenn er vor seiner Verletzung nur zweite Wahl war, hat Oliver Neuville keine Wechselambitionen. „Ich hatte ein positives Gespräch mit Hans Meyer. Es gibt keinen Grund mehr für einen Wechsel“, sagt Neuville.
Er ist Kapitän und darf sagen, was ihm auffällt. In der Pause des Bayern-Spiels nahm er die beiden Sechser Gal Alberman und Michael Bradley beiseite. „Ihr müsst neben dem Mann stehen und nicht dahinter“, riet er ihnen. Nach dem Wechsel taten beide das, und schon bekam Borussia das Spiel wieder besser in den Griff. „Auch, weil wir dann Mann gegen Mann gespielt haben. Wenn wir im Raum decken, haben die Gegner zu viel Platz“, weiß Paauwe. Er gibt die Kommandos, sagt an, wer wohin gehört und wann ein Vorstoß am besten gelingen könnte. „Man muss zum richtigen Zeitpunkt drauf gehen. Sonst wird Kraft verschwendet“.
Kommunikation verbessern
Die Kommunikationsstrukturen im Team müssen verbessert werden, das weiß Paauwe. Und auch, dass es das perfekte Spiel über 90 Minuten nicht gibt, auch wenn er, der Kontrollfreak, das gern hätte. „Es passieren immer Dinge, die nicht kalkulierbar sind. Entscheidend ist, dass man richtig darauf reagiert“, sagt er.
Borussias Ordnungshüter weiß, dass die Mannschaft mit dem Vertrauen ins eigene Spiel ihr Potenzial besser ausschöpfen kann. Vor einem Partie gibt Hans Meyer eine Strategie aus. Paauwe soll auf dem Feld dafür sorgen, dass die eingehalten wird, komme was wolle – und egal, wo er spielt. Zuletzt gegen die Bayern war er freier Mann in der defensiven Viererkette, zuvor bildete er mit Gal Alberman oft eine Doppelsechs. Und beim 1:0 gegen Karlsruhe wirkte er mit Marko Marin im offensiven Mittelfeld, das Siegtor schoss er nebenbei selbst.
Dass der Wechsel von Liga zwei in die Bundesliga nicht ganz reibungslos verlaufen würde, das hatte Paauwe vermutet. „Wir hatten ja auch in der Zweiten Liga Probleme. Aber da waren die Gegner zu schwach, um die zu nutzen. Jetzt wird jeder Fehler gleich bestraft“, sagt er. Wie sein Fauxpas im Spiel bei 1899 Hoffenheim, der das entscheidende 0:1 einleitete. Tagelang hat er sich darüber geärgert. „Aber wir schauen jetzt nur nach vorn.“
Vorn ist Schalke. „Wir müssen da keine Angst haben. Sicher, sie haben viel Qualität. Aber wir auch. Wir müssen gut stehen, die Räume eng machen und dann, wenn sie müde sind, zuschlagen.“ Gelingt das, wäre alles in bester Ordnung. Und Patrick Paauwe zufrieden.
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