Borussia Mönchengladbach: Pokalspiel als Therapie
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.10.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussia spielt am Dienstagabend beim Drittligisten 1. FC Heidenheim um den Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals. Ein Sieg würde das unschöne Erlebnis vom Samstag übertünchen.
Fußballspieler mögen es, wenn der Spielplan nach Negativ-Erlebnissen wenig Zeit zum Nachdenken lässt. Gerade nach traurigen Niederlagen, wie die der Borussen in Hoffenheim (0:1), kommt eine "Englische Woche" gelegen. "Es ist gut, dass wir morgen schon wieder im Pokal spielen können", sagte Stürmer Mike Hanke gestern.
Am liebsten wären er und die Kollegen wohl gleich am Samstag von Sinsheim nach Heidenheim gereist, wo die Borussen heute in die dritte Runde des DFB-Pokals einziehen wollen, um alles wieder gut zu machen. Hoffenheim war kein schönes Erlebnis, es war das schwächste Spiel in der Ära von Trainer Lucien Favre. Ein Erfolg heute könnte die Erinnerung an Samstag übertünchen.
Die zweite Runde
Spiel Anstoß in Heidenheim ist Dienstag um 19 Uhr
Nicht dabei Igor de Camargo und Raúl Bobadilla
Reise Mit dem Flugzeug ging es Montag nach Stuttgart, von dort dann ins Teamhotel.
"Wir müssen schauen, dass wir uns in den beiden Spielen der nächsten Woche wieder Selbstvertrauen holen", sagte Torhüter Marc-André ter Stegen und meinte die Begegnungen mit dem 1. Fußball-Club aus Heidenheim und am Samstag mit Bayern-Besieger Hannover 96. Denn nach zuletzt drei Partien ohne Sieg und nur einem Punkt wäre ein Spiel, das mit einem guten Gefühl endet, mal wieder nötig.
Ter Stegen wird spielen, die Blessur am Knie, die er sich beim Zusammenprall mit Vedad Ibisevic zuzog, hindert ihn nicht. Auch Filip Daems, der in Hoffenheim wegen einer Grippe fehlte, und Juan Arango, der Rückenschmerzen hatte, "sind bereit zu spielen", wie Favre sagte.
Die Borussen sind als Bundesliga-Siebter Favorit. Weswegen Tony Jantschkes Anspruch, "eine Runde weiterzukommen", keineswegs als Überheblichkeit gedeutet werden sollte. Borussia kann, so ist es nun mal bei den Pokalspielen gegen unterklassige Gegner, nur verlieren.
"Heidenheim ist nicht schlecht, klar, aber es ist Drittligist. Wir wollen das Ding ziehen, und ich denke, wir werden es auch schaffen", so Jantschke. In der ersten Pokalrunde gab es ein recht lockeres 3:1 bei Heidenheims Liga-Konkurrenten Jahn Regensburg.
Ähnlich entspannt würden die Borussen gern auch dieses Mal die Aufgabe erledigen: nach 90 Minuten, und möglichst nicht nach 120 oder gar einem Elfmeterschießen. Wie Siege im engen Heidenheimer Stadion gehen, wissen die Gladbacher.Iin der Vorbereitung gab es ein 3:1. "Das ist aber kein Maßstab, es wird ein ganz anderes Spiel. Die Heidenheimer werden heiß sein, wir müssen den Kampf annehmen", sagte Hanke.
In Hoffenheim, als es spielerisch nicht lief, schafften es die Borussen nicht, Variante B zu wählen und über den Kampf ins Spiel zu finden. Das soll, so es wieder hakt, heute anders werden. Oscar Wendt jedenfalls, der wohl wieder für Filip Daems weichen muss, sagte: "Wir wollen weiter im Pokal spielen."
Dieser Wettbewerb ist schließlich der kürzeste Weg ins internationale Geschäft. Aber erst mal ist nicht Berlin oder Europa, sondern Heidenheim das Thema. Dort spielen die Borussen heute auch, um den Ausrutscher bei 1899 Hoffenheim zu vergessen.
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