Borussia: Polizei verhindert Chaos
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 05.10.2008 - 09:41Sowohl Borussia als auch der 1. FC Köln hatten vor dem Derby im Borussia-Park dazu aufgefordert, dass sich beide Fangruppen friedlich verhalten. Doch daraus wurde schon eine Stunde vor dem Anpfiff nichts. Da sich einige Fans während der Anfahrt auf Höhe des Fan-Hauses an der Zufahrt zum Stadion prügelten, musste das Spiel sogar zehn Minuten später angepfiffen werden (siehe Extra-Bericht).
Nachdem die Polizei in Folge der Randale (bei denen niemand verletzt, allerdings zehn Personen festgenommen wurden) nicht nur die Zufahrtstraße, sondern auch die Autobahn-Auffahrt Holt an der A61 in beide Richtungen gesperrt hatte, schien das Chaos perfekt rund um das 77. Bundesliga-Derby perfekt.
Doch nachdem es auch die übrigen Fans ins ausverkaufte Stadion geschafft hatten, blieb es friedlich – aber bissig. Nach dem frühen Führungstreffer sangen die 6000 Kölner Fans die Tormusik („Döb-döb-döb-dö-dö-döb-döb-döb“) der Gladbacher.
Die Borussen-Fans, die sich nach dem Fahnen-Skandal beim Derby vor einem halben Jahr von ihrem Namen „Ultras“ getrennt hatten, kamen erst zwei Minuten vor dem hinausgezögerten Anpfiff in ihren Block – und reagierten mit Spruchbändern darauf, dass in den vergangenen Wochen immer wieder Kölner Fans das Gladbacher Fanhaus und das Trainingsgelände Borussias beschmiert hatten („Köln-Kalk-Verbot? Oder warum seid ihr so oft hier?“).
Außer einem bengalischen Feuer nach dem Treffer zum 1:0 blieb es aber dann auch zwischen den Fans beider Teams eher ruhig – von den üblichen Schmähgesängen abgesehen. Im Gegensatz zu früheren Derbys hielten sich aber auch diese in Grenzen. Die Stimmung passte sich dem Spiel in der zweiten Halbzeit an: eher träge und wenig berauschend. Selbst nach dem Kölner Siegtreffer zum 2:1 waren die meisten Fans eher geschockt als sauer.
Einzig als die Gastgeber nach dem Schlusspfiff (mit Ausnahme von Steve Gohouri) nicht in die Nordkurve, sondern direkt in die Kabine marschierten, startete ein Pfeifkonzert der noch im Stadion verbliebenen Zuschauer. Das war aber nicht so ohrenbetäubend wie noch in der Abstiegssaison 2006/2007. Auch die Entlassung von Trainer Jos Luhukay wurde nicht gefordert.
Im Gegensatz zur Anreise der Gästefans war die Polizei bei der Abreise Richtung Rheydter Hauptbahnhof schließlich vorsichtiger. Jeder einzelne Shuttle-Bus wurde von einem Einsatzwagen der Polizei eskortiert. Es kam zu keinen weiteren Ausschreitungen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









