Borussia Mönchengladbach: Reus' Einsatz bleibt fraglich
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 07.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Borussias Offensivkraft trainiert noch nicht wieder mit der Mannschaft. Sein Mitwirken m Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag (15.30 Uhr) ist gefährdet.
Lucien Favre ist ein Freund der Konstanz. Borussias Trainer wechselt ungerne die Mannschaft durch. Er legt Wert auf Eingespieltheit. Auf Kombinationsfußball. Und auf Schnelligkeit. Im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 15.30 Uhr) wird Favre in diesen Bereichen vielleicht improvisieren müssen.
Denn es könnte sein, dass ein Baustein seiner Mannschaft fehlt. Marco Reus, der unter einer Schambeinreizung und Adduktorenproblemen leidet, hat gestern nicht trainiert – ob er heute den Rasen des Borussia-Parks betreten kann, ist noch fraglich.
Es wäre ein Novum für Borussia unter Favre. Denn noch in keinem Pflichtspiel mit dem Schweizer auf der Bank hat der 22-jährige Flügelflitzer gefehlt. Überhaupt ist Reus ein verlässlicher Faktor – nur zwei von 34 Bundesliga-Partien der vergangenen Saison musste er aussetzen. Bezeichnend, dass Borussia beide Spiele ( (noch unter Ex-Trainer Michael Frontzeck) in Freiburg (0:3) und auf St. Pauli (1:3) verlor. "Ob es bei Marco für Samstag reicht, weiß ich noch nicht", sagt Favre. "Wir wissen noch nicht einmal, wann er wieder auf den Platz gehen kann."
Fitte Spieler
Marc-André ter Stegen ist nach seiner Wadenverletzung wieder fit und absolvierte gestern ein normales Training.
Juan Arango ist aus dem Urlaub zurückgekehrt.
Martin Stranzl spielte Samstag im Testspiel gegen den MSV Duisburg und hatte auch gestern keine Probleme mehr mit seiner Wade.
Immerhin stehen in diesem Monat keine Länderspiele mehr an. Denn immer dann streikt der Körper des 22-Jährigen besonders. Viermal wurde Reus schon von Bundestrainer Joachim Löw nominiert – genau so oft musste er absagen. Doch die Misere reicht weiter zurück, bis ins Jahr 2007. Damals, Reus spielte noch beim Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen, lud ihn DFB-Trainer Horst Hrubesch zu einem Lehrgang der U19-Nationalmannschaft. Ein halbes Jahr später platzte sein Debüt in der U19 – wegen eines grippalen Infekts. Und im Februar 2010, Reus spielte inzwischen bei Borussia, verhinderte eine Bänderverletzung seinen Auftritt in der U21-Auswahl gegen Island.
Der Betroffene taucht ab. Zu sehr frustriert ihn sein Schicksal, dass es mit ihm und der Nationalmannschaft einfach nicht klappen will. Zu sehr hadert er damit, Borussia vielleicht nicht weiterhelfen zu können. Reus ackert dafür, wieder fit zu werden. Wieder für Borussia auflaufen zu können – und vielleicht im Oktober, wenn die nächsten beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft anstehen, noch einmal nominiert zu werden.
Aber dann bitte mit einem Einsatz. Denn einmal konnte Reus bislang dem Ruf von Jogi Löw folgen. Doch beim Länderspiel gegen Brasilien im August, da ließ Löw den fitten Reus 90 Minuten auf der Bank schmoren. Marco Reus und die Nationalmannschaft: Es kann nur besser werden. Und das wäre auch ganz im Sinne von Borussia und Trainer Lucien Favre.
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