Borussia Mönchengladbach: Reus für Deutschland
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 13.05.2011Borussias Torjäger wurde von Bundestrainer Joachim Löw ins Aufgebot für drei Länderspiele berufen. Vor dem letzten Saisonspiel in Hamburg meldet sich derweil Stürmer Igor de Camargo zurück.
Fussball Der Anruf kam nun nicht mehr wirklich überraschend. Marco Reus hatte schon so eine Ahnung, wer dran war, als bei ihm das Mobiltelefon klingelte. Zu sehr hatten sich die Gerüchte verdichtet, dass der 21-Jährige vor der Nominierung für die Fußball-Nationalmannschaft steht. Dennoch freute sich Borussias Jungstar über den Anruf von Bundestrainer Joachim Löw, der ihm sagte, dass er bei den Spielen gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan im Aufgebot steht.
"Er hat mir gesagt, ich hätte in den vergangenen Wochen gute Leistungen gezeigt", sagt Reus. Mehr noch: Marco Reus steht sinnbildlich für den Aufschwung von Borussia Mönchengladbach in den letzten Spielen der Saison. Doch Reus wäre nicht Reus, wenn er nun in totale Euphorie verfallen würde. "Ich freue mich sehr über die Nominierung, und ich fände es schön, wenn es endlich einmal mit dem Debüt klappen würde", sagt Reus, der schon zweimal zuvor nominiert war, wegen Verletzungen aber jeweils absagen musste. "Doch zuerst will ich das Wochenende erfolgreich gestalten." Heißt: Ein Sieg gegen Hamburg soll her, damit zumindest die Relegation nicht mehr zu nehmen ist. Und bei optimalem Verlauf (heißt: einem Punktverlust für Wolfsburg) wäre für Borussia sogar der direkte Klassenerhalt drin.
Die ganzen Rechenspielchen sind mehr oder minder überflüssig. "Jeder Spieler kann die Tabelle lesen", sagt Trainer Lucien Favre. "Und deshalb weiß jeder, dass noch alles passieren kann. Wir wollen die drei Punkte in Hamburg." Ein für Sportdirektor Max Eberl durchaus machbares Szenario. Wir haben ein neues Selbstbewusstsein geschaffen", sagt er. "Deshalb sind wir inzwischen stabil genug, den Druck auszuhalten."
Einer, der so überhaupt keinen Anteil am Aufschwung haben konnte, könnte am Wochenende wieder mitmischen. Nach seiner Verletzungs-Odyssee hat Igor de Camargo wieder mit der Mannschaft trainieren können. Der Stürmer spüre keine Schmerzen mehr, so Trainer Favre, der den Brasilianer in den Kader aufnehmen will. So stünde Borussia endlich wieder ein "Joker" zur Verfügung – anders als in den vergangenen Wochen.
Wenn Favre offensiv wechseln wollte, standen nur die Flügel-Spieler Patrick Herrmann oder Karim Matmour zur Verfügung – seine beiden Stürmer Mo Idrissou und Mike Hanke standen bereits auf dem Platz, Fabian Bäcker war keine Alternative. Nun könnte der Schweizer, wenn es in Hamburg eng werden sollte, in de Camargo auf einen zusätzlichen Angreifer zurückgreifen. Es wäre ihm jedoch sicher lieber, müsste er Thorben Marx einwechseln: um eine Führung über die Zeit zu bringen.
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