Borussia: Roel Brouwers' Gespür für Tore
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Roel Brouwers hatte es im Gespür. Der Schuss von Thorben Marx, der durch das Strafraumgewühl flog nach einer Ecke, der Fehlgriff von Leverkusens Torwart René Adler – "ich habe darauf spekuliert", sagt Brouwers. Er schoss den Ball aus wenigen Metern ins Bayer-Tor, Borussia führte 2:1, der Weg zum 6:3-Erfolg war geebnet.
Die später folgenden Zaubertore von Patrick Herrmann und Juan Arango, das feine Konterspiel der Borussen und die nachhaltige Arbeit der Offensivabteilung, die die übrigen fünf Tore produzierte, übertünchten den Treffer des niederländischen Verteidigers ein wenig. "Das Tor war sicher nicht schön, aber wichtig", weiß Brouwers.
Elf Tore in 61 Spielen
Der Lulatsch ist ein Phänomen. Elf Tore hat er erzielt in 61 Bundesligaspielen, das ist eine Quote, um den ihn mancher Offensivmann beneiden darf. Das Tor in Leverkusen erzielte der 28-Jährige in bester Strafraumstürmer-Manier. "Bei Standards bin ich sowieso vorne, darum war ich schnell da, als Adler den Ball abprallen ließ", sagt der Gladbacher. Sein eigentlicher Job ist indes die Arbeit in der Defensive. Dort gab es drei Gegentreffer, "eigentlich zu viele", wie Brouwers weiß. "Das sollte nicht passieren. Aber da wir sechs Tore gemacht haben, war das dieses Mal zu verschmerzen."
Gleichwohl lobte Trainer Michael Frontzeck nach der Partie die Kompaktheit seiner Mannschaft. Für Brouwers ist das kein Widerspruch. "Wir haben kompakt gestanden. Leverkusen hatte aus dem Spiel heraus kaum Möglichkeiten. Die Tore fielen nach Standards oder Flanken aus dem Halbfeld", sagt Roel Brouwers.
Dass ihm Nationalspieler Stefan Kießling zweimal entwischte und einmal per Kopf die Querlatte und einmal mit dem Fuß ins Tor traf (allerdings nach einem Patzer von Torwart Logan Bailly, der morgen im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland im belgischen Tor stehen wird), "ist ärgerlich, kann aber passieren", sagt Brouwers und verweist auf die hohe Qualität der Leverkusener Offensivabteilung.
Großes Offensivpotenzial haben auch einige seiner Landsleute, die (neuerdings) bei anderen Bundesligisten spielen: Ruud van Nistelrooy (Hamburg), Arjen Robben (Bayern) und Klaas-Jan Hunterlaar (Schalke), die ihm und seinem Innenverteidigerkollegen Dante noch bevorstehen. "Ich freue mich darauf, gegen sie zu spielen", versichert Brouwers. Vergangene Saison entschied er das direkte Duell gegen van Nistelrooy komplett für sich, er meldete den Stürmer beim Sieg gegen den HSV nicht nur ab, sondern schoss auch noch selbst ein Tor.
Das tat er auch beim 2:1 in Frankfurt. die Eintracht ist der nächste Gegner nach der Länderspielpause. "Ein schwieriges Spiel", weiß Brouwers. Aus dem Festtag in Leverkusen abzuleiten, dass Borussia nun gegen einen Gegner, der noch ohne Punkte ist, im Vorbeigehen gewinnt, das verbietet sich Brouwers.
"Wir wissen, was unser Ziel ist, nämlich, den nächsten Schritt zu machen. Alles andere wäre eine Zugabe. Wir wissen, was wir können, aber auch, wo wir uns noch verbessern müssen", sagt er. Seine Torquote allerdings, die ist schon richtig gut. Roel Brouwers' Gespür für die Tore wird in seiner Wohnung im niederländischen Voelendaal immer laut bejubelt. "Einige Kumpels gucken unsere Spiele immer dort", berichtet Brouwers. Er selbst ist bei diesen privaten Public Viewings nur als Hauptdarsteller auf dem Bildschirm dabei.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









