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Borussia Mönchengladbach: Rot nach einem Foul an Berti Vogts

zuletzt aktualisiert: 19.11.2011

Borussia Mönchengladbach (RP). Der gebürtige Gladbacher Horst-Dieter Höttges machte bei Werder Bremen Karriere. Er erinnert sich an große Spiele gegen Borussia.

Sie sind gebürtiger Mönchengladbacher und haben Ihre Karriere bei Borussia begonnen. Seit 1964 sind Sie in Bremen – fühlen sie sich mehr als Gladbacher oder als Bremer?

Höttges Mittlerweile bin ich durch und durch Bremer geworden. Das bleibt ja nicht aus nach so vielen Jahren. Aber ich bin schon stolz darauf, dass die Borussen jetzt eine so gute Saison spielen. Werder hat sich auch gemacht. Am Anfang hatten wir ja Probleme. Ich hoffe, dass es ein gutes Spiel wird und, dass Werder einen Punkt mitnehmen kann.

Damit dürfte es am Samstag ein besonderes Spiel für sie sein, wenn Borussia und Werder am Samstag im Borussia-Park aufeinandertreffen...

Höttges Mir persönlich bedeuten die Spiele zwischen Gladbach und Bremen immer sehr viel. Bei Borussia habe ich angefangen, in Bremen habe ich 15 Jahre gespielt und meine größten Erfolge gefeiert. Ich bin beiden Klubs noch sehr verbunden. Bei Werder trainiere ich ja auch noch die C-Jugend. Deswegen kann ich Samstag auch nicht im Stadion sein, denn meine Mannschaft hat selbst ein Spiel.

Am 30. April 1966 haben Sie beim ersten Bundesligaspiel beider Klubs in Gladbach ein Tor erzielt. Es war ein imposantes Spiel.

Höttges Ja, wir haben damals 7:0 gewonnen, ich habe das 6:0 gemacht. Das 7:0 ist heute noch Werders höchster Auswärtssieg. Aber ich erinnere mich noch an andere außergewöhnliche Spiele in Gladbach. Ich war 1971 bei Pfostenbruch dabei. Mit Herbert Laumen, der ja damals ins Tor rutschte und es umriss, habe ich heute noch Kontakt, er hat ja später auch in Bremen gespielt. Außerdem habe ich die einzige Rote Karte meiner Karriere in Mönchengladbach kassiert. Das war am 6. Dezember 1968, an einem Freitagabend.

Vorher haben Sie noch das 1:0-Fürhungstor für Werder vorbereitet...

Höttges Das kann sein, aber daran erinnere ich mich nicht. Aber ich weiß, dass ich für ein Foul an Berti Vogts vom Platz musste.

Berti Vogts? Sie waren doch beide Verteidiger und hätten siech eigentlich kaum begegnen können auf dem Platz.

Höttges Es war kurz vor dem Ende. Da hat sich Berti in den Angriff eingeschaltet. Da habe ich ihn gefoult. Sehr ärgerlich.

Ein erneutes 7:0 Werders ist am Samstag eher nicht zu erwarten?

Höttges Nein, wohl nicht. Es wird ein schwieriges Spiel für Werder Bremen, Borussia ist in sehr guter Verfassung.

Warum haben Sie Borussia damals verlassen?

Höttges Als ich in die Erste Mannschaft gekommen bin, war noch Fritz Langner Trainer. Dann kam Hennes Weisweiler, der den Rheydter Spielverein trainierte. Mein Bruder spielte beim RSV, er hatte Probleme mit Weisweiler. Er sagte mir: Da passt nicht mit Euch. Da habe ich mich für den Wechsel zu Werder entschieden. Und es war für mich der richtige Weg. Ich bin mit Werder gleich im ersten Jahr Meister geworden.

Aber Sie haben die goldenen 70er der Borussen verpasst. Ärgert Sie das nicht manchmal?

Höttges Nein. Ich habe mich bei Werder immer wohl gefühlt.

Sehen Sie Parallelen zwischen beiden Klubs?

Höttges Das, was Borussia früher gemacht hat, junge Spieler aufzubauen und sie dann zu verkaufen, macht Werder ja jetzt auch. Sie haben ja auch immer wieder gute Leute rausgebracht. Vergangene Saison war es schwierig, weil es im Team nicht stimmte.

Sie waren früher ein harter Verteidiger. Wäre Ihnen ein Gegenspieler wie Borussias Marco Reus lieb?

Höttges Der Fußball hat sich doch sehr verändert, ich glaube, man kann das nicht vergleichen. Aber Marco Reus hat sich sehr gut entwickelt.

Ihr Tipp für das Spiel?

Höttges 1:1.

Wer macht die Tore?

Höttges Marco Reus und Claudio Pizarro.

Karsten Kellermann sprach mit Horst-Dieter Höttges. Der heute 68-Jährige machte in der Saison 1963/64 30 Regionalliga-Spiele für Borussia. Für Werder machte er 420 Bundesligaspiele und erzielte 55 Tore. Höttges nahm an drei Weltmeisterschaften teil und wurde mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1966 in England Vize-Weltmeister, bei der WM 1970 in Mexiko Dritter, bei der WM 1974 in Deutschland Weltmeister und bei der EM 1972 Europameister. In Mönchengladbach spielte er vor der Zeit bei Borussia erst bei Blau-Weiß Dahl und dann beim Rheydter Spielverein.

Quelle: RP


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