Borussia Mönchengladbach: Sieben Sechser für Favre
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Havard Nordtveit und Roman Neustädter waren in der Endphase der vergangenen Saison die Erstbesetzung für Borussias Doppelsechs – und sind es auch jetzt. Allerdings gibt es viel Konkurrenz. Vielleicht auch Michael Bradley.
Es gibt nicht viele Fotos, auf denen Michael Bradley lächelt. Es ist davon auszugehen, dass der Amerikaner auch heute, wenn das neue Mannschaftsfoto der Borussen gemacht wird, nicht wirklich fröhlich dreinschauen wird. Denn seine Anwesenheit auf dem Bild bedeutet, dass seine Pläne gescheitert sind. Er wollte nicht mehr Borusse sein zu diesem Zeitpunkt, sondern einen Job haben bei Aston Villa. Der Premier-League-Klub, bei dem Bradley zuletzt als Leihspieler tätig war, entschied aber, dass er Bradley nicht will.
So trainiert Bradley ab heute wieder mit den Borussen, indes auf Abruf. Denn wenn ein Verein die rund vier Millionen Euro zu zahlen bereit ist, die Borussia haben will, dann ist er wieder weg. Im Gegensatz zu Stürmer Mo Idrissou, der gehen soll, aber nicht will (was er trotz der klaren Ansage des Vereins noch einmal betonte), will Bradley gern zu einem anderen Klub. Es sei denn, Trainer Lucien Favre, der viel vom US-Nationalspieler hält, kann ihn zum Bleiben überreden. Andererseits braucht Sportdirektor Max Eberl das Geld, das ein Bradley-Verkauf bringen würde, um Favres Wunsch nach einer Offensiv-Verstärkung zu erfüllen. Eine Anfrage aus Osteuropa liegt vor, Bradley muss entscheiden, ob ihm diese Option zusagt. Tendenz: eher nicht.
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Training Donnerstag und Freitag jeweils 10 und 16 Uhr im Borussia-Park.
So steigt er erst mal in den Konkurrenzkampf um die beiden Positionen vor der Abwehr ein. Vor einem Jahr war der 23-Jährige hier Stammplatzinhaber an der Seite von Thorben Marx. Doch auch der 30-Jährige ist nur noch zweite Wahl, denn in der entscheidenden Phase der Saison setzte Trainer Lucien Favre auf N&N, Havard Nordtveit (21) und Roman Neustädter (23). Das Duo geht wohl auch als geplante Erstbesetzung der Doppelsechs in die neue Spielzeit, auch wenn Nordtveit in der Schlussphase der alten Saison gehörig die Puste ausging. "Wir ergänzen uns gut. Ich bin mehr der Läufer und Kämpfer, Roman mehr der Techniker, der auch mehr nach vorn geht", sagt Nordtveit. "Wir haben es gut gemacht. Einen Bonus haben wir aber nicht, denke ich", sagt Neustädter.
Vielleicht auch deshalb hat Favre zunächst darüber nachgedacht, für das defensive Mittelfeld nachzurüsten. Denn Michael Fink, der kaum genutzte Backup der vergangenen Saison, ist nicht mehr da. Doch hat Favre inzwischen das Spielermaterial gesichtet und ist der Ansicht, dass es ausreicht. Auch wenn er wenig Routine zur Verfügung hat. Marx ist 30, der Rest 23 und jünger. Neben Nordtveit, Neustädter und Marx gibt es Julian Korb (19) sowie Matthias Zimmermann (19) und Tony Jantschke (21). Letztere sind aber eigentlich als Rechtsverteidiger eingeplant. Das macht sieben Sechser für Favre – inklusive Bradley. "Michael ist ein Spieler, der jeden Kader bereichert. Aber wir müssen abwarten", sagt Max Eberl
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