Borussia Mönchengladbach: Starkes Kollektiv - ohne "Boba"
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.01.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Während das Borussen-Team mit dem Sieg gegen den FC Bayern seinen Höhenflug fortsetzte, war Raúl Bobadilla nicht mal im Kader. Luzern will ihn haben, doch Sportdirektor Max Eberl hat "nichts Konkretes" gehört.
Fussball Ein Sieg gegen den FC Bayern ist ein klares Zeichen, zumal, wenn er richtig verdient ist wie das 3:1 der Borussen am Freitag. die Fußball-Szene schaut einigermaßen staunend auf das, was passiert im Borussia-Park. Der Fastabsteiger der Vorsaison ist Vierter, hat nur einen Punkt weniger als Liga-Primus Bayern und schon sechs Punkte Vorsprung auf den fünften Platz.
Dass der Höhenflug der Borussen vor allem ein Produkt eines funktionierenden Kollektivs ist, wie Verteidiger Martin Stranzl sagt, zeigt die Tatsache, dass sechs Gladbacher gestern in der "Elf des Tages" des Fachblattes Kicker zu finden waren – es gibt nicht nur einen Helden, sondern viele. Mit Filip Daems, Roel Brouwers und Stranzl fast die ganze Viererkette, Doppeltorschütze Herrmann, natürlich Marco Reus – und der starke Torwart Marc-André ter Stegen. Wie gewöhnlich wollen die Borussen dies nicht überbewerten. Schön sei das, nicht mehr.
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Training Die Borussen üben heute um 15 Uhr.
Borussia will mit aller Macht auf dem Boden bleiben. "Man sollte die Rolle eines Titelanwärters gar nicht erst annehmen. Wir sind mit der aktuellen Situation sehr zufrieden, stehen derzeit zu Recht weit oben in der Tabelle, weil wir kompakt und homogen spielen. Dennoch gibt es für uns überhaupt keinen Grund abzuheben und von unserer Marschroute – von Spiel zu Spiel zu denken – abzuweichen", sagt Vize-Präsident Rainer Bonhof .
Marc-André ter Stegen, der mit einer großartigen Parade den schnellen Ausgleich durch Mario Gomez verhinderte und damit einen Grundstein für den Sieg legte, ist das personifizierte Understatement. Der 19-Jährige hat zu vielem seine Meinung und auch klare Ziele für sich selbst, "aber die muss ich ja nicht öffentlich sagen", so ter Stegen. Fakt ist: Während Manuel Neuer im Topspiel böse patzte, war ter Stegen die Ruhe selbst – vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Der bastelt noch am Kader für die Europameisterschaft – und ter Stegen ist ganz sicher auf seiner Liste. "Ich muss mich auf meine Leistung konzentrieren, alles andere haben andere zu entscheiden", sagt der Torwart. Für ihn zählt aktuell, wie für alle Borussen, nur die Gegenwart, und somit die Vorbereitung auf das Spiel beim VfB Stuttgart. "Wir wollen auf drei Punkte spielen", sagt ter Stegen.
Ob Raúl Bobadilla dabei mitmachen darf, ist fraglich. Gegen die Bayern war der Stürmer nicht im Kader. "Andere sind an ihm vorbei gezogen", sagt Sportdirektor Max Eberl zu der Personalie. Und nun wird aus der Schweiz gemeldet, dass der FC Luzern ihn gern holen würde. Eberl versichert, es gebe nichts Konkretes in dieser Sache, weder eine Anfrage aus Luzern noch von Bobadilla. Doch Luzerns Präsident Walter Stierli ließ aus dem Trainingslager des Schweizer Erstligisten verlauten: "Wir wollen ihn und sind auf Kurs."
Luzerns Trainer Murat Yakin kennt Bobadilla aus der gemeinsamen Zeit bei Concordia Basel und will ihn gern haben. Yakin war während des Weihnachtsurlaubs zu Besuch bei Borussias Trainer Lucien Favre. Nicht unwahrscheinlich, dass die Herren auch über Bobadilla und dessen Situation in Gladbach gesprochen haben. Eberl versichert, Borussia wolle mit dem aktuellen Kader weiter arbeiten. Doch auch was den Transfermarkt angeht, muss von Tag zu Tag gedacht werden. Echte Fakten gibt es erst, wenn das Transferfenster am 31. Januar geschlossen wird.
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