Borussia Mönchengladbach: Statistik spricht gegen Borussia
VON JONAS BISKAMP UND ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 09.03.2011Wenn es in die heiße Saisonphase geht, haben die Tabellenletzten nicht mehr viel zu melden – in 44 von 46 Fällen stieg das Schlusslicht ab. In den vergangenen zehn Bundesliga-Jahren konnte sich Borussia nur drei Mal verbessern.
Nase und Wehwehchen
Dante trainierte Dienstag mit Maske – der Brasilianer will aber trotz seines Nasenbruchs am Samstag gegen Bremen auflaufen.
Marc-André ter Stegen trainiert nach seiner Muskelverletzung noch nicht voll
Mike Hanke und Havard Nordtveit kurieren ihre Grippe aus
Zahlen haben eine positive Eigenschaft. Sie sind so unemotional. Während sich die ganze Republik – zumindest in Mönchengladbach – den Kopf darüber zerbricht, wie Borussia den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga noch schaffen kann, sprechen die Zahlen ihre eigene Sprache.
Nüchtern und sachlich beziffern sie – egal bei welcher Interpretation – die Chancen der Mannschaft von Trainer Lucien Favre, das Unausweichliche noch zu verhindern. Der geneigte Fan sollte jetzt stark sein – denn die Zahlen, die Borussia begleiten, kann man interpretieren wie man will – am Ende sagen sie alle: Sollte Trainer Lucien Favre mit seiner Mannschaft noch den Abstieg verhindern können, wäre das, rein statistisch natürlich, tatsächlich ein kleines Wunder.
Nur drei Mal verbessert
Betrachtet man nämlich die Endspurt-Bilanz in den vergangenen zehn Bundesliga-Spielzeiten mit Gladbacher Beteiligung, zeigt sich, wie schwer es tatsächlich wird, noch mindestens zwei Plätze in der Tabelle wiedergutzumachen – Rang 16 würde zur Teilnahme an den Relegationsspielen berechtigen. Nur drei Mal schaffte es Borussia in neun Spielzeiten, den Platz, den sie neun Spieltage vor Saisonende innehatte, noch zu übertreffen. Vier Mal war die Platzierung nach dem 25. Spieltag gleichbedeutend mit dem endgültigen Rang. Und zwei Mal verschlechterte sich Mönchengladbach noch.
Was die Hoffnungen auf ein "Gladbacher Wunder" nicht gerade mit neuer Nahrung versieht, ist die Tatsache, dass beide Male, wenn Borusssia als Tabellenletzter in den Saisonendspurt startete, am Ende der Saison auch sang- und klanglos als Schlusslicht in die Zweite Liga abstieg.
Eine andere Statistik verschärft das Abstiegskampf-Drama noch ungemein. Seit Einführung der Bundesliga in der Saison 1963/64, also in bislang 46 Spielzeiten, stiegen von den ebenfalls 46 Teams, die neun Spieltage vor Schluss den letzten Tabellenplatz innehatten, stolze 44 Mannschaften ab. Einzig Arminia Bielefeld (1980/81) und Rot-Weiß Oberhausen (1970/71) konnten sich vom letzten Platz aus retten. Alle anderen Teams konnten nicht mehr entscheidend in das Geschehen um den Klassenerhalt eingreifen.
Das gute an Zahlen: Irgendwas gibt es immer, was auch ins Positive gerechnet werden kann. So sind noch 27 Punkte im Schluss-Spurt zu vergeben – und nur drei Punkte beträgt der Rückstand der Mannschaft von Trainer Lucien Favre auf das rettende Ufer. Bei Amtsantritt sagte der Trainer, dass sein Team "fünf bis sechs Siege" benötige, um nicht abzusteigen. Zwei hat er geschafft – fehlen also noch vier.
Zum Schluss noch eine letzte Aufmunterung. Im Frühling 2009 war Borussia 16. der Bundesliga. Genau wie im März des Jahres 2003. Beide Male bewies Borussia große Stehauf-Männchen-Qualitäten – und hielt am Ende noch die Klasse.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









