Borussia: Stürmersuche statt Dinner-Show
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 05.12.2006Die Mannschaft vergnügte sich auf dem Rhein in Düsseldorf bei Eckhard Witzigmanns und Bernhard Pauls Dinner-Show. Nur der Trainer fehlte am Sonntagabend.
Jupp Heynckes hatte Wichtigeres zu tun: Er war in Zürich beim Spiel Grasshopper gegen Young Boys Bern (1:2). „Ich habe mir zwei Spieler angesehen, die unsere Scouts schon mehrmals beobachtet hatten. Jetzt wollte ich mir selbst ein Bild machen“, sagte er gestern der RP. Sein Eindruck danach: „Es sind interessante Spieler.“ Mehr will Heynckes nicht herausrücken. Einer der beiden könnte Zürichs Brasilianer Eduardo sein. Der 26-jährige Außenstürmer hat in der laufenden Saison in 13 Erstliga-Spielen fünf Tore erzielt. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus.
Borussia sollte allerdings schon in der Winterpause nachrüsten. Und nicht nur im Angriff. Auch die Innenverteidigung ist zu knapp besetzt. Nur Bo Svensson und Zé Antonio als gestandene Bundesliga-Spieler reichen nicht.
Gladbachs Angriff ist mit sechs Mann (einschließlich Michael Delura) zwar quantitativ ausreichend besetzt. Doch ganze zwölf Tore in 15 Spielen zeigen, dass die Qualität stark verbesserungswürdig ist – auch wenn die miserable Trefferquote nicht allein den Spitzen zuzurechnen ist.
Vaclav Sverkos bestätigt sein Talent nach wie vor nicht nachhaltig (vielleicht klappt das ja bei Aachen besser – die Alemannen scheinen jedenfalls nach der Verletzung Sascha Röslers interessiert). Und mit einem Wesley Sonck, der nicht erst in Gladbach alles schuldig geblieben ist und immer nur im und am gegnerischen Strafraum agieren möchte, kann man heute nichts anfangen. Fußball ist halt keine Dinner-Show, sondern harte Arbeit.
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