Borussia Mönchengladbach: Stuttgart rüstet auf
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Nach gutem Saisonstart wartet der VfB mittlerweile seit fünf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg. Immerhin glückte den Schwaben mit der Verpflichtung des Stürmers Vedad Ibisevic ein Erfolg auf dem Transfermarkt.
Mitte der Woche durfte der VfB Stuttgart also auch sein erstes Erfolgserlebnis in der Rückrunde feiern. Vier Tage nach dem ernüchternden und chancenlosen 1:3 beim FC Schalke 04 verpflichteten die Schwaben in Vedad Ibisevic von 1899 Hoffenheim einen neuen Stoßstürmer. Mit ihm soll es möglichst schnell aufwärts gehen, damit der VfB in der Bundesliga nicht noch in den Abstiegsstrudel gerät. Die erste Gelegenheit dazu bietet das Heimspiel am Sonntag gegen Borussia.
TAKTIK Durch die Verpflichtung von Ibisevic eröffnen sich neue Möglichkeiten für Trainer Bruno Labbadia. Ließ er auf Schalke noch erfolglos mit einem Dreier-Mittelfeld und zurückhängenden Außenstürmern spielen, könnte er nun ein 4-4-2-System mit Ibisevic und Cacau im Sturm installieren. Ebenso wäre ein 4-2-3-1 möglich, in dem der Bosnier alleinige Spitze wäre.
Hohe Pleiten, kein 0:0
Angstgegner Borussia wartet seit der Saison 1994/95 auf einen Sieg in Stuttgart, dafür hat sie bereits sechsmal beim VfB mit mindestens fünf Toren Differenz verloren.
Tore Am Sonntag treffen die beiden Bundesliga-Teams aufeinander, die am längsten nicht mehr 0:0 gespielt haben. Bei Borussia sind es 67 Spiele, beim VfB 74 Spiele (zuletzt 0:0 in Gladbach am 7. November 2009).
BESTE SPIELER Seinen Status als Nummer eins der Schwaben musste sich Sven Ulreich hart erarbeiten, dank konstant starker Leistungen ist Stuttgarts Torwart mittlerweile aber unumstritten. Voll eingeschlagen hat auch Sommer-Zugang William Kvist, auch wenn der Mittelfeld-Stratege das hohe Niveau der Vorrunde auf Schalke noch nicht wieder erreichte. Stuttgarts bester Angreifer ist bislang Martin Harnik, der auf dem rechten Flügel mit sechs Treffern und fünf Vorlagen überzeugte.
LETZTES AUFEINANDERTREFFEN Diese Schmach scheint heute Lichtjahre entfernt zu sein: Am 18. September 2010 verlor Borussia beim VfB 0:7 und kassierte die höchste Auswärtsniederlage ihrer Bundesliga-Geschichte. Seitdem verpasste Gladbach gegen Stuttgart zweimal im Borussia-Park einen Sieg. In der Rückrunde 10/11 gab es ein 2:3 (nach 2:0-Führung); am zweiten Spieltag der aktuellen Saison ein 1:1.
STÄRKEN Mit Ibisevic hat der VfB einen abschlussstarken Strafraumstürmer hinzugewonnen, ist nicht mehr so abhängig von Cacau oder Harnik. Zudem ist der lange verletzte Julian Schieber wieder fit und erhöht, sobald er seine Form wiedergefunden hat, den Konkurrenzkampf in der Offensive. So fällt es auch nicht ganz so schwer ins Gewicht, dass derzeit drei VfB-Spieler beim Afrika-Cup aktiv sind.
SCHWÄCHEN Auffällig schwach ist Stuttgart bei gegnerischen Standards, es kassierte schon sechs Tore nach Ecken. Zudem präsentierten sich die Schwaben in letzter Zeit wenig kreativ und durchschlagskräftig. Insbesondere Linksverteidiger Cristian Molinaro legt immer den Vorwärtsgang ein und bietet dem Gegner Raum für schnelle Konter.
TRAINER Ein gutes Jahr ist Bruno Labbadia mittlerweile schon Trainer beim VfB. Der 45-Jährige führte das Kellerkind der letztjährigen Winterpause zum Klassenverbleib und schien in der aktuellen Saison auf einem guten Weg zu sein, Stuttgart wieder in der Nähe der internationalen Plätze zu etablieren. Doch zur Zeit fällt es dem früheren Bundesliga-Torjäger schwer, den gefährlichen Abwärtstrend bei den Schwaben zu stoppen.
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