Borussia Mönchengladbach: Ter Stegen gegen Köln
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.04.2011Der 18-Jährige ist sich sicher, dass er am Sonntag im Derby im Tor steht. Aber nicht, ob er sein Bundesliga-Debüt feiern wird. Auch Borussias U23 spielt gegen den 1. FC.
Es ist an der Zeit, Retter zu finden. Die, die wichtige Tore schießen. Oder die, die Tore verhindern. Als Mike Hanke im Winter als Hoffnungsträger nach Gladbach kam, war er als einer der möglichen Retter eingeplant. Sein Einstand war optimal: Den Treffer zum 1:0-Sieg in Nürnberg bereitete er vor. Seither aber ist es nicht unbedingt so gelaufen, wie Hanke und Borussia sich die Zusammenarbeit ausgemalt hatten. Ein Tor hat der Angreifer noch nicht erzielt und seit Lucien Favre da ist, ist Hanke meist Ersatz.
In München durfte er mal wieder von Beginn an spielen. Er erledigte seine taktischen Aufgaben ordentlich und harmonierte ansprechend mit dem auffälligeren Marco Reus. Doch als Mo Idrissou, der für ihn weichen musste im Spiel beim Rekordmeister, in der Schlussphase kam, hatte Hanke kaum einen Torschuss produziert. Idrissou vergab die beste Gladbacher Chance, weil er Thomas Kraft im Bayern-Tor anschoss. Da es keine Torhelden gab in München, gab es auch keine Punkte und am Ende des Tages wieder ein Stück weniger Hoffnung auf das Wunder.
Nun kommt der 1. FC Köln, und Lucien Favre wird längst an der Aufstellung werkeln für das Derby, das gewonnen werden muss, wenn Borussias Rettungschance nicht noch theoretischer werden soll, als sie es jetzt schon ist. Für einen Sieg müssen Tore her. Hanke würde natürlich gern wieder spielen und vielleicht ausgerechnet im Derby seinen ersten Treffer schaffen. "Aber wer spielt, entscheidet der Trainer", sagt er.
Abgesehen vom Offensivpersonal und dessen Taten fällt ein Sieg leichter, wenn hinten die Null steht. Dafür könnte am Sonntag, wenn Podolski und Co. anrücken, einer zuständig sein, der bislang noch nie in der Bundesliga gespielt hat: Marc-André ter Stegen.
18 Jahre ist er alt und gilt als eines der größten Torwart-Talente des Landes. Die Wahrscheinlichkeit, dass ter Stegen Logan Bailly ablöst, scheint groß. Zumal sich Favre nach dem 0:1 bei den Bayern nicht festlegen wollte, ob Bailly auch gegen Köln das Tor hütet. Ter Stegen hätte wohl längst gespielt, wenn er sich nicht verletzte hätte, just als Favre den Trainerjob in Gladbach übernahm.
Nun ist der Muskelfaserriss auskuriert, und ter Stegen hat beim 1:1 des Regionalliga-Teams gegen Fortuna Düsseldorfs Zweite wieder Spielpraxis gesammelt. "Es hat alles gut geklappt", sagt ter Stegen. Am Sonntag nun "gibt es auf jeden Fall eine Derby für mich".
Das ist kein jugendlicher Übermut, sondern reine Logik: Auch die U23 misst sich mit dem "Effzee" aus Köln, sogar fast zeitgleich mit dem Spiel der Profis, nur eben in der Domstadt.
Ter Stegen sagt sonst nichts zu Köln und "Spekulationen". "Ich werde mich in der Trainingswoche anbieten, dann sehen wir weiter." Dass er schon bald Favres Nummer eins sein wird, ist beschlossene Sache. Gut möglich, dass am Sonntag Borussias Torwart-Zukunft ihr Bundesliga-Debüt gibt. Angst vor großen Aufgaben hat Marc-André ter Stegen nicht. Sie sind für ihn eine Herausforderung.
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