Borussia Mönchengladbach: Ter Stegens Zahnprobleme
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 16.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Ein Zusammenprall zwischen Borussias Torhüter und Torwarttrainer Uwe Kamps blieb nicht ohne Folgen. Dem 19-Jährigen brachen zwei Zähne teilweise ab, sein Mentor musste mit mehreren Stichen genäht werden.Beim Hamburger SV (Samstag, 15.30 Uhr) wird der Keeper wohl auflaufen.
Marc-André ter Stegen liegt benommen auf dem Rasen, hält sich einen Eisbeutel vor das Gesicht. Uwe Kamps hat einen riesigen Turban um den Kopf. Mitspieler suchen derweil kriechend zwischen den Grashalmen nach Zähnen. Nach Zähnen? Richtig, nach Zähnen. Das Ergebnis eines heftigen Zusammenpralls im Torwarttraining. Kamps gegen ter Stegen.
Verlierer des Zusammenpralls? Ter Stegens Zahnreihe. Zwei Zahnecken brachen dem 19-Jährigen ab, während sein Torwarttrainer heftig an der Stirn blutete. "Er war grün, gelb und blau", sagte Trainer Lucien Favre, der sich das Ganze erschrocken angeschaut hatte und hinterher in bunten Farbtönen kommentierte.
Ter Stegen und Kamps
Marc-André ter Stegen
Geboren am 30. April 1992 in Mönchengladbach
Größe 189 cm
Bundesliga-Spiele elf
Uwe Kamps
Geboren am 12. Juni 1964 in Düsseldorf
Größe 180 cm
Bundesliga-Spiele 390
Beide waren Teamkollegen
Das Kurioseste an der Geschichte: Ter Stegen und sein Trainer waren Teamkollegen in einer Fußball-Tennis-Einheit. "Eigentlich war ja nur ein bisschen Regenerationstraining geplant", sagte Torwarttrainer Kamps. "Dann wollten wir den Ball beide mit dem Kopf nehmen. Im nächsten Moment fasse ich mir an die Stirn, und die Hände sind sofort voller Blut, das sah schon komisch aus."
Doch Kamps ist ein harter Hund. Zwei Platzwunden hatte er auf der Stirn, beide wurden mit sieben, acht Stichen genäht. "Wäre ich Eishockeyspieler, sähe das bestimmt ganz gut aus", sagte Kamps, der über die Sache hinterher sogar wieder schmunzeln konnte. Wenn denn alles gut ausgeht. "Wenn Marc spielen kann, ist ja letztlich nichts Schlimmes passiert", sagt Kampf. "Blöd wäre nur, wenn er wegen so einer Geschichte tatsächlich ausfällt."
Ter Stegen kehrte am Nachmittag immerhin selbstständig in den Borussia-Park zurück, ließ sich danach beim Zahnarzt behandeln. Der Torhüter wird – vielleicht mit einem Mundschutz ausgestattet – im wahrsten Sinne des Wortes auf die Zähne beißen, wenn es morgen (15.30 Uhr) in Hamburg gegen den HSV geht. Denn ter Stegen ist in Borussias Team gefühlt unersetzlich. Erst recht, wenn womöglich zwei weitere Leistungsträger ausfallen. Mike Hanke (Verdacht auf Innenbanddehnung) und Igor de Camargo (Adduktorenprobleme) trainierten auch gestern nicht mit.
"Ich bin bei allen drei Spielern optimistisch, dass es mit Hamburg klappen kann", sagte Trainer Favre gestern Nachmittag – doch Gewissheit gibt es nicht. Erst heute nach dem Abschlusstraining wird entschieden, ob das Trio die Reise nach Hamburg mit antreten wird.
Wenn nicht, braucht Favre Alternativen. Doch darüber macht er sich keine Sorgen. "Wir haben doch ein paar Spieler, die ordentlich Druck machen", sagt der Coach, der sein Spielsystem, egal ob jemand ausfällt, nicht anpassen möchte. "Wenn einer ausfällt, haben wir gute Ersatzleute. Da bin ich optimistisch."
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