Borussia Mönchengladbach: Tore, die Bedeutung haben
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Mo Idridssou, Raúl Bobadilla und Dennis Dowidat trafen beim 3:1-Testspielsieg in Heidenheim. Bobadilla will sich nach seiner Rückkehr aus Griechenland bei Borussia durchsetzen, der junge Dowidat macht auf sich aufmerksam.
Drei Tore schoss Borussia in Heidenheim, und alle haben mehr Bedeutung, als nur ein Treffer zu sein beim ersten Testspielsieg der Vorbereitung. Es waren Bewerbungen in Richtung Trainer Lucien Favre. Mo Idrissou will zeigen, dass er doch wertvoll sein kann für den Klub, der gewillt ist, den Kameruner abzugeben; Raúl Bobadilla traf erstmals nach dem griechischen Exil; Dennis Dowidat schaffte sein Tordebüt als Profi. Er zirkelte einen Freistoß gekonnt in die lange Ecke, Einschüsse wie dieser bekamen schon das Etikett "Tor des Monats".
Raúl Bobadilla hat getan, was ein Torjäger tun soll. Er hat ein Tor geschossen. Nachdem er sich im Strafraum des Drittligisten durchgetankt hatte, bugsierte er den Ball ins Tor. Man spürte, das Bobadilla dieses Tor wollte, unbedingt. Diese Entschlossenheit, verbunden mit Kraft und Technik, das ist, was Bobadilla, den guten Bobadilla, ausmacht. "Ich will zeigen, wie Bobadilla wirklich ist." Der Raúl Bobadilla, der im Winter an Aris Saloniki ausgeliehen wurde, war einer, der nicht mehr kompatibel war mit der Gruppe, jedenfalls war das der Eindruck von Ex-Trainer Michael Fronzteck. Zu viele Undiszipliniertheiten gab es.
An die Qualität des 24-Jährigen hatten sie dennoch geglaubt im Borussia-Park, darum gab es ein Ausleihgeschäft. Der Klub hatte ständig Kontakt zu den Griechen, und erfuhr heraus, dass "Boba" nicht aus der Rolle fiel und sportlich gut arbeitete. Nun ist er zurück und ein neuer Trainer da. "Er hat viel Qualität und er weiß, dass er mehr im Kollektiv arbeiten muss", sagt Lucien Favre. Er kennt Bobadilla schon aus dessen Zeit in der Schweiz. Bobadilla spielt auf Bewährung in Gladbach, er muss und will zeigen, dass er gelernt hat, worum es geht. "Er muss hart arbeiten, aber wir werden ihm alle Unterstützung geben", sagt Teammanager Steffen Korell. Borussia hat vor zwei Jahren vier Millionen Euro ausgegeben für Bobadilla, und nun wird noch einmal Zeit investiert in die zweite Chance für den Stürmer. Der hat vier Kilo abgespeckt, weil er weniger isst und weniger Krafttraining macht. Athletischer wirkt er, und hat sein Deutsch deutlich verbessert. Bobadilla muss seine Emotionen im Griff haben, er muss den schmalen Grat hinkriegen, zwischen der Aggressivität, die ihn stark macht, und der, die jenseits des Akzeptablen ist. "Er will, er macht alles im Training, sein Laktattest ist gut, manchmal ist er aber übermotiviert. Und er muss mehr nach hinten arbeiten", sagt Favre.
Dass Dennis Dowidat (21) nicht nur sein Tor schoss, sondern zeigte, dass er kreative Akzente setzen kann auf der linken Außenbahn, hat Favre durchaus gefallen. Denn der Trainer will einen sehenswerten Fußball spielen lassen. Dafür braucht er Männer wie den jungen Dowidat: technisch versiert, spielfreudig, inspiriert. "Das Tor zu machen, war ein Supergefühl. Ich habe nach dem Trainingslager die letzten Kräfte gebündelt. Ich will versuchen, mich zu empfehlen. Und ich hoffe, dass es so weitergeht", sagte Dowidat. So sieht es auch Raúl Bobadilla. Beide wollen weiter daran arbeiten. Wie Mo Idrissou. Heute Abend beim Derby-Cup in Aachen ist die nächste Gelegenheit.
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