Borussia: Torjäger Elber trifft torlosen Eberl
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009 - 19:11Da standen sie nun und posierten vor einem Tipp-Kick-Spiel für die Fotografen: Giovane Elber und Max Eberl. Sie plauderten in der Schänke des Münchener Feinkostrestaurants Käfer angeregt "über mein Hobby, das mein Job geworden ist" (Elber), den Fußball, und natürlich kamen sie auf DAS Thema zu sprechen: das eine Tor, das Eberl, heute Borussias Sportdirektor, nie gelungen ist in seiner Karriere.
Irgendwie ist Eberl stolz darauf, denn es ist zu seinem Markenzeichen geworden. Elber ist diesbezüglich das genaue Gegenteil. Der Brasilianer hat 133 Tore geschossen in der Bundesliga und ist damit bis heute bester ausländischer Torschütze im deutschen Fußball.
Borussias Hauptsponsor Postbank hatte eingeladen zum Gespräch mit Elber und Eberl. Das passte zum Spiel der Borussen in München (1:2), denn beide haben sowohl für die Bayern als auch für Gladbach gespielt. Eberl fing als Vierjähriger bei den Bayern an, machte sein erstes Bundesligaspiel in München und beendete seine Karriere bei Borussia, wo er seine "beste Zeit als Spieler hatte".
Elber erlebte diese bei den Bayern, er schoss 92 Tore für den Rekordmeister, wurde viermal Meister und gewann die Champions League mit den Bayern. Beide sind dem Fußball treu geblieben: Eberl als Funktionär, Elber ist Scout bei den Bayern, er sucht in in seiner Heimat Brasilien nach Talenten. Und beide trauern der aktiven Zeit nicht mehr nach. "Die Arbeit, die ich mache, macht mir sehr viel Spaß. Es hat halt ein neues Kapitel begonnen", sagte Eberl. Auch Elber kann sich ohne ein "Jucken in den Füßen" Spiele anschauen, hat aber festgestellt, "dass ich jetzt richtig arbeiten muss".
Der Sieg der Bayern hat Elber erfreut, auch wenn es gegen seinen zweiten Ex-Verein Gladbach war. "Ich war sechs Jahre beim FC Bayern, da habe ich alles gewonnen. Bei Borussia war ich nur ein Jahr und war leider verletzt. Es hat nicht so gut funktioniert", sagte Elber. Vier Einsätze nur hatte er, ein Tor gelang ihm nicht für Borussia.
Die "10", die er damals trug, hat nun der junge Argentinier Raùl Bobadilla. Auch einen Brasilianer haben die Borussen, Abwehrchef Dante. Der spielt stark, doch Elber glaubt nicht, dass Dante noch eine Chance hat, mit der Selecao zur WM zu fahren. "Die Mannschaft von Carlos Dunga steht bis auf einen linken Verteidiger", weiß Elber. Hoppla! Diesen Job hatte Dante in Lüttich. Geht vielleicht doch was? "Ich denke, erst nach der WM", sagte Elber.
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