Borussia Mönchengladbach: Verborgene Details
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 30.09.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Vor dem Gastspiel Borussias in Freiburg (morgen, 15.30 Uhr) zeigt Lucien Favre seinen Spielern keine Bilder von der 0:7-Pleite des SC in München. Der Trainer wurde dennoch überrascht – von den Maßen des Platzes in Freiburg.
Lucien Favre ist ein akribischer Mann. So schaut sich Borussias Trainer immer möglichst viele Partien der kommenden Gegner an, und zeigt seinen Spielen eine Art Best-of-Zusammenschnitt. Vor der Partie beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) verschweigt Favre seinen Spielern bestimmte Szenen jedoch lieber komplett.
"Das Spiel der Freiburger in München habe ich der Mannschaft nicht gezeigt", sagt Favre. 0:7 gingen die Breisgauer in der Allianz-Arena baden. "Doch das ist nicht die Wahrheit", wie Favre gerne ein wenig verschwurbelt sagt. Freiburg sei besser, als es dieses Ergebnis aussagte. Der Coach warnt jedenfalls vor dem Gegner – wie er es vor jedem Kontrahenten tut, in dem er die vielen Chancen der jeweiligen Klubs in den vergangenen Spielen aufzählt. So hätte Freiburg auf Schalke zum Beispiel, so Favres Meinung, durchaus "4:1 gewinnen können.
Zweimal Belgien
Testspiel Borussia bestreitet am kommenden Freitag, 18 Uhr, ein Testspiel gegen den belgischen Erstligisten AA Gent in Dürwiss
Nachwuchsrunde Ebenfalls aus Belgien kam Borussias Gegner in der internationalen Nachwuchsrunde. 5:0 gewann die Mannschaft durch Tore von Kachunga (2) und Otsu (3).
Sie hatten acht klare Chancen. Und im Heimspiel gegen Stuttgart haben sie zwar verloren – aber da war es ähnlich." Vor allem Papiss Cissé hat es dem Trainer angetan. "Cissé ist unglaublich", sagt Favre. "Er bewegt sich gut, versteht das Spiel, man kann mit ihm spielen – und er ist unglaublich schnell." Er bezeichnet die Verpflichtung des Senegalesen als "Coup" für den SC: "Freiburg hat Cissé aus Metz in der französischen Zweiten Liga geholt – er spielt aber bestimmt bald bei einem großen Klub in Deutschland oder Europa."
Bei aller Vorbereitung auf den Gegner – eine Sache war Favre nicht bewusst. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel jedenfalls war der Schweizer ganz überrascht, als ihm berichtet wurde, dass der Platz im ehemaligen Dreisamstadion kleiner ist als in der restlichen Republik üblich. 105 mal 68 Meter sind für internationale Spiele vorgesehen. Das breisgauer Grün misst jedoch nur 100,5 Meter in der Länge.
Favre überschlägt im Kopf – und kommt sekundenschnell auf rund 300 Quadratmeter, die da fehlen. Das sei sehr viel, sagt er. Ob er seine Mannschaft nun anders auftreten lassen will, ist allerdings nicht überliefert. Wahrscheinlicher ist, dass Favre sein Team so spielen lässt wie immer: "Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir auswärts oder zu Hause spielen", sagt Favre. "Wir werden hoch und nach vorne spielen, jedoch mit Geduld."
In der Aufstellung müsste Favre jedenfalls nichts ändern, um sein Vorhaben umzusetzen. Roman Neustädter und Thorben Marx pausierten mit dem Training, der Einsatz des Mittelfeld-Tandems ist aber nicht gefährdet. Ausfallen werden nur Spieler aus Borussias zweiter Reihe. Mathew Leckie leidet an einem Muskelfaserriss im Oberschenkel, Joshua King hat Probleme mit dem Rücken. Sonst sind alle fit. Und so jagt Borussia im Breisgau nach dem nächsten Sieg. Favre: "Das wird ein schweres Stück."
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