Borussia Mönchengladbach: Wenn der "Betze" erst mal bebt
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 18.02.2012Borussia Mönchengladbach (RP). Borussia hat auf dem Betzenberg denkwürdige Spiele erlebt. Oft führte Gladbach beim 1. FC Kaiserslautern, doch längst nicht immer konnte es die Führung auch über die Zeit retten. Und die Partien waren von großer Relevanz.
Fußball Wie oft haben die Gastmannschaften dies schon miterleben müssen. Die leidenschaftlich kämpfenden "Roten Teufel" des 1. FC Kaiserslautern mit ihrem sie nach vorne peitschenden Publikum: Keine noch so beruhigend wirkende Führung der Gäste schien vor dieser Kulisse auf dem "Betze" sicher zu sein. Auch die Gladbacher Borussen können ein Lied davon singen, sie haben einige Klassiker auf dem berüchtigten Betzenberg erlebt. Mal ging es gut für sie aus, mal aber auch nicht.
32. Spieltag 1997/98 Für Borussia ist es die Mutter aller "Betze"-Niederlagen. 2:0 führte das vom ersten Abstieg aus der Bundesliga bedrohte Gladbach durch Tore von Markus Hausweiler und Jörgen Pettersson. Doch der FCK, der sich anschickte, als erster Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte die Deutsche Meisterschaft zu feiern, hatte Olaf Marschall. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf er zum Anschluss, in der 61. Minute zum Ausgleich und in letzter Minute per Kopfball-Bogenlampe zum 3:2-Siegtreffer. Lauterns Trainer Otto Rehhagel flippte förmlich aus an der Seitenlinie, war der Meisterschaft schon ganz nahe. Doch Gladbach schien nicht mehr zu retten zu sein. "Jetzt haben wir nur noch eine kleine Möglichkeit, die Klasse zu erhalten", sagte Stefan Effenberg. Doch diese nutzte Borussia mit zwei Siegen zum Saisonfinale und rettete sich.
33. Spieltag 1990/91 Auch im Endspurt der Saison 90/91 stand Kaiserslautern vor dem Gewinn der Meisterschaft. Vor dem letzten Heimspiel der Saison hatte sich die gesamte Stadt schon herausgeputzt für die Meisterfeier. Doch dabei hatten sie die Rechnung ohne die Partygäste vom Niederrhein gemacht. "Wir konnten doch nicht einfach Spalier stehen", sagte Christian Hochstätter nach dem 3:2-Erfolg der Borussia. Thomas Kastenmaier hatte mit einem Doppelpack früh den Stimmungstöter gespielt, später erhöhte Peter Wynhoff auf 3:0. In typischer Manier kamen zwar die Hausherren noch einmal und erzielten noch zwei Tore – zu mehr reichte es nicht. Doch die Meisterfeier war nur aufgeschoben: Eine Woche später siegten und jubelten die "Roten Teufel" in Köln.
32. Spieltag 1978/79 Wenige Tage vor ihrem zweiten Uefa-Pokalsieg machte die erstmals in ihrer Bundesliga-Geschichte in den Abstiegskampf verstrickte Borussia einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller. Mit dem gerade von einem Beinbruch genesenen Kapitän Berti Vogts gewann Gladbach auf dem Betzenberg 3:1 – was es nicht zuletzt Wolfgang Kneib zu verdanken hatte. Nachdem Allan Simonsen den VfL in Führung geschossen hatte, hielt der lange Torwart gegen den Tabellendritten gleich zwei Elfmeter von Josef Pirrung und Reinhard Meier. Christian Kulik steuerte in der Schlussphase einen Doppelpack zum eminent wichtigen Auswärtssieg bei.
22. Spieltag 1981/82 Alles lief bestens: Borussia war Tabellenzweiter, punktgleich mit Spitzenreiter Bayern, und führte durch zwei Tore Kurt Pinkalls 2:0 beim FCK. Doch Lautern drehte noch die Partie, gewann durch Friedhelm Funkels 3:2 in der 88. Minute – und leitete die Misserfolgsserie der Gladbacher ein. Denn dem 2:3 folgten weitere fünf Niederlagen. Am Ende wurde Borussia Siebter und verpasste das internationale Geschäft.
34. Spieltag 1987/88 Noch eine Führung, noch eine Niederlage: Zweimal lag Gladbach durch ein Eigentor von Wolfgang Wolf und Christian Hochstätter beim Saisonfinale 1988 vorne, doch Lautern, das sich gegen die drohende Relegation stemmte, drehte den 1:2-Rückstand noch in einen 5:2-Sieg, so dass die "Roten Teufel" noch auf Platz 14 kletterten.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









