Borussia Mönchengladbach: Werders Trümpfe liegen in der Offensive
zuletzt aktualisiert: 19.11.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Es war ein typisches Werder-Spiel: Nach 0:2-Rückstand drehte Bremen vorletzten Samstag mit einem alles überragenden Claudio Pizarro die Partie gegen den 1. FC Köln noch in ein 3:2 um. Mit diesem Sieg behauptete der SV Werder den dritten Platz vor Borussia, bei der er heute Nachmittag zu Gast ist.
TAKTIK Nachdem Trainer Thomas Schaaf in der vergangenen Saison nach dem Weggang Mesut Özils zu Real Madrid ein wenig mit den Systemen experimentiert hatte, ist er längst wieder auf die alt bewährte Offensivformation mit zwei Sturmspitzen und einer Raute im Mittelfeld zurückgekehrt.
BESTE SPIELER Torjäger Pizarro überstrahlt derzeit alle. Der Peruaner ist nicht nur der Torgarant in vorderster Front, er arbeitet auch im Defensivverbund mit. Zudem feiern einige Bremer derzeit eindrucksvolle Comebacks: Mittelfeldspieler Aaron Hunt nach langer Formkrise, Verteidiger Naldo, dessen Einsatz heute indes noch offen ist, nach schier endloser Leidenszeit.
LETZTES AUFEINANDERTREFFEN Es war ein bitterer Nachmittag, nicht nur für den vom eigenen Anhang verspotteten Torwart Logan Bailly. Borussia verlor das letzte Heimspiel gegen Werder am 23. Oktober 2010 trotz vieler eigener Großchancen deutlich 1:4. Besser lief es im Rückspiel: Dante traf in der Nachspielzeit per Kopf zum 1:1-Aisgleich in Bremen.
STÄRKEN Werders Trümpfe liegen traditionell in der Offensive. Mit kreativem und schnellem Angriffsfußball sowie bereits 23 erzielten Treffern hat sich Bremen wieder in der Spitzengruppe der Liga zurückgemeldet. Zudem bewies Schaafs Mannschaft schon mehrmals in dieser Saison große Moral. Bereits fünfmal siegten die Bremer noch nach Rückstand.
SCHWÄCHEN Allerdings würde Schaaf sicher gerne auf die ständige Aufholjagd verzichten. Doch zu oft verschläft sein Team die Startphase und kassiert früh ein Gegentor. Generell ließ Bremen bereits 16 gegnerische Treffer zu. In der Abwehr leisten sich die durchaus routinierten Stammkräfte ab und an unerklärliche Leichtsinns- und Konzentrationsfehler. Zudem ist das defensive Mittelfeld nach Torsten Frings' Abschied noch nicht optimal besetzt.
TRAINER Verlängert er seinen Vertrag oder ist im Sommer 2012 tatsächlich Schluss für Thomas Schaaf beim SV Werder? Dabei ist der 50-Jährige bereits seit Mai 1999 Bremens Cheftrainer, der auch die komplizierte letzte Saison souverän meisterte.
THOMAS GRULKE
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