Borussia: Wieder Nürnberg – wieder Minusrekord?
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010Ist es der Karneval, ist es die Kälte? Wahrscheinlich ist es beides zusammen. Denn nach dem begeisternden 4:3-Sieg gegen Werder Bremen vor zwei Wochen sollte es heute eigentlich guten Besuch geben im Borussia-Park. Doch statt dessen droht ein Minusrekord.
Nur 32 300 Eintrittskarten sind im Vorverkauf weggegangen für das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Gibt es erneut Schnee oder Eis, gerät die bisherige Minusmarke im Borussia-Park in Gefahr. Die steht bei 33 100 Besuchern. So wenige kamen am 30. Januar 2007. Der Gegner hieß damals – Nürnberg!
Und es war kein x-beliebiges Spiel, das die Fans hätte kaltlassen müssen. Denn es gab ein Wiedersehen mit dem Trainer des "Club": Hans Meyer. Mit dem Mann, den Borussia 2001 zu ihrem Ehrenmitglied gemacht hatte nach dem Wiederaufstieg unter ihm in die Bundesliga. Und auf Gladbachs Bank saß vor fast genau vier Jahren ein Borussen-Idol früherer Jahrzehnte: Jupp Heynckes. Zum letzten Mal, was beim Anpfiff allerdings kaum jemand ahnte. Denn nach dem 0:0 an diesem Abend warf Jupp Heynckes das Handtuch. Zermürbt nicht nur von zwölf Spielen ohne Sieg hintereinander und dem Rückfall auf den vorletzten Tabellenplatz. Sondern zermürbt vor allem von Morddrohungen, die vor allem seine Familie tief getroffen hatten.
Die damals folgende Eiszeit mit dem Bundesligaabstieg Borussias im Mai 2007 ist längst vorbei. Gladbach ist direkt wieder aufgestiegen, hat in der folgenden Spielzeit, wenn auch mit Müh und Not, den Bundesligaverbleib geschafft und ist nun auf dem besten Wege, nicht noch einmal eine solche Zittersaison zu erleben. Acht Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz 16, neun vor dem direkten Abstiegsplatz 17 sind ein recht beruhigendes Polster. Zumal es heute mit einem Sieg weiter vergrößert werden könnte. Denn Vorletzter ist – eben dieser 1. FC Nürnberg.
Dennoch droht ein Zuschauer-Minusrekord. "Karneval und das Wetter – da könnten sogar etliche verkaufte Plätze leer bleiben", fürchtet Bernhard Nießen, Borussias Chef für den Stadionbetrieb. Er, seine eigenen Leute und die GEM stehen auf jeden Fall parat, den Kampf mit Schnee und Eis aufzunehmen, um den Weg zum und den Besuch im Borussia-Park so angenehm und gefahrlos wie möglich zu machen: "Wir haben schon geräumt, und wenn es am Freitag neu schneit, springt notfalls wie gegen Bremen auch der Ordnungsdienst ein. Und der Rasen wird natürlich bespielbar sein." Auch dann, wenn es relativ kurz vor Anpfiff erneut schneien sollte.
Aktuelle Infos zu Borussia im Internet: www.rp-online.de/borussia. Spielbeginn 20.30 Uhr, Fernseh-Live-Übertragung bei Sky.
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