Borussia: "Wir müssen Herz zeigen"
zuletzt aktualisiert: 25.03.2009Borussias kanadischer Rechtsverteidiger Paul Stalteri spricht im Interview über die Folgen langer Flüge zu Länderspielen, seine Rettungs-Erfahrungen beim FC Fulham und Borussias Chancen im Bundesliga-Abstiegskampf.
Sie waren beim Arzt zu einer Kernspinunterschung. Gibt es ein Problem?
Stalteri Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe eine Verhärtung in der Muskulatur des rechten Oberschenkels, denke aber nicht, dass es ein größeres Problem ist. Ich werde etwas reduziert trainieren.
Viele Ihrer Teamkollegen sind zu Ihren Nationalteams gereist, um in der WM-Qualifikation zu spielen. Kanada ist schon ausgeschieden. Das wird Sie ärgern.
Stalteri Natürlich. Wir haben leider in den sechs Spielen, die wir gemacht haben, nicht unseren Rhythmus gefunden und es fehlte das nötige Glück. Das ist von daher ärgerlich, dass ich denke, dass wir gut genug sind, bei einer WM dabei zu sein.
Borussias Spiele
Absage Das für Mittwoch angesetzte Nachwuchsrundenspiel gegen Koblenz fällt aus.
Ausgeladen Der israelische Fußball-Verband teilte Roberto Colautti mit, dass er nicht für die WM-Qualifikationsspiele gegen Griechenland anreisen müsse. Grund: fehlende Spielpraxis.
Angeschlagen Friend, v.d. Bergh
Der Vorteil für ihren Teamkameraden Rob Friend und Sie ist, dass Ihnen dadurch die langen Flugreisen zu den Spielen erspart bleiben. Michael Bradley beispielsweise wird in der nächsten Woche 18 944 Kilometer zurücklegen. Beeinträchtigt das die Leistungen in der Bundesliga?
Stalteri Ach, Michael ist ein junger Mann, der verkraftet das. Aber optimal ist es natürlich nicht. Durch die Zeitverschiebung kommt man erst freitags zurück, wenn mittwochs ein Spiel ist. Gut ist, dass wir in Karlsruhe sonntags spielen, da ist ein Tag länger Zeit, sich vom Jetlag und den langen Flügen zu erholen.
In Karlsruhe müssen alle hellwach sein, dort sollte es drei Punkte geben.
Stalteri Da können wir richtig was schaffen, wenn wir gewinnen. Gegen Hamburg und in Köln haben wir gezeigt, welche Qualität wir haben. Leider klappt es bei uns nicht jede Woche, unser Potenzial so abzurufen.
Wie gegen Bochum. Es war eine sehr bittere Niederlage. Borussia hätte die Länderspielpause auf einem Nicht-abstiegsplatz verbringen können, wenn sie gewonnen hätte.
Stalteri Klar, das wäre schön gewesen und sicherlich psychologisch ein kleiner Vorteil. Aber entscheidend ist das nicht. Wir müssen den Kopf frei machen und positiv denken. Wichtig ist nur, dass wir am letzten Spieltag mindestens 15. sind.
Mit Fulham haben Sie es geschafft, in den letzten fünf Partien den Abstieg noch zu vermeiden.
Stalteri Wir haben vier der letzten fünf Spiele gewonnen, drei davon auswärts. Zuvor hatte Fulham zwei Jahre kein Auswärtsspiel gewonnen. Am letzten Spieltag haben wir uns gerettet. Vorher stand die Quote 1:100 gegen uns. Die, die auf uns gewettet haben, waren sicher sehr erfreut.
Warum hat es geklappt?
Stalteri Unser Trainer hat uns immer klar gemacht, dass er an uns glaubt. Es ist nicht von seinem Weg abgewichen und hatte keine Angst vor dem Abstieg. Aber er hat immer gesagt, dass es nicht dazu kommen wird. Er hat recht behalten.
Ist Hans Meyer der richtige Trainer, um Borussia zu retten?
Stalteri Er hat viel Erfahrung, legt viel Wert auf Disziplin und lässt sich von keinem reinreden. Wir haben seit der Winterpause gut gearbeitet und gute Ergebnisse gemacht. Wenn wir unseren Weg weitergehen, werden wir uns retten.
Den Abstiegskampf kannten Sie früher nicht. In Bremen und bei Tottenham haben Sie immer oben mitgespielt. Ist es "unten" anders?
Stalteri Ganz anders. Vor Fulham war meine schlechteste Platzierung als Profi Platz sieben. Ich hatte bis dahin nur gehört, dass es schwer ist, Spiele zu gewinnen, wenn man unten steht. Es ist schwieriger, einen Lauf zu bekommen als oben. Und man muss härter dafür arbeiten.
Was spricht für Borussia?
Stalteri Wir wissen jetzt, wozu wir fähig sind. Wir stehen hinten gut und machen vorn auch Tore. Gegen Hannover und in Köln haben wir trotz zweier Gegentore gewonnen. Wir müssen weiter Herz zeigen und die Nerven bewahren. Es sind noch genug Punkte, die es zu holen gibt.
Wie sind Sie mit sich zufrieden?
Stalteri Erstmal geht es um die Mannschaft. Wenn wir Erfolg haben, trage ich meinen Teil dazu bei. Aber ich merke, dass ich immer besser in den Rhythmus komme.
Paul Stalteri (31) machte 151 Bundesligaspiele für Bremen und acht für Borussia. Karsten Kellermann sprach mit ihm.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









