Borussia: WM: Matmours Traum, Gohouris Hoffnung
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009Es ist das Spiel seines Lebens, zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage. Der Gegner ist wieder Ägypten, wie am Samstag, als eine 0:2-Niederlage gegen den amtierenden Afrikameister in Kairo Karim Matmours Traum von der WM-Qualifikation mit Algerien zunächst platzen ließ.
Mittwoch (18.30 Uhr) ist im Sudan das Entscheidungsspiel um die WM-Teilnahme. "Es ist ein echtes Finale, und das müssen wir gewinnen", weiß Borussias Stürmer.
In Kairo, da habe sich Algerien zu sehr aufs Kämpfen beschränkt, habe zu wenig Fußball gespielt, sagt Matmour. Die Köpfe waren nicht frei nach dem Angriff ägyptischer Hooligans auf den Mannschaftsbus, bei dem einige Spieler verletzt wurden.
Und auch die Aggressionen gegen algerische Anhänger ließen die Fußballer nicht kalt. "Ich habe eine Frau mit einem Kind gesehen, die am Kopf verletzt war", erzählt Matmour. "Das war zu viel, um sich ganz auf Fußball zu konzentrieren." Heute aber, da werde es ein anderes Spiel. Algerien will sich zur WM kontern.
Anders als in Kairo werden die Fans aus Algerien vielleicht sogar in der Überzahl sein. "9000 sind schon da, es werden wohl fast 20 000 im Stadion sein. Auch die Menschen im Sudan sind für uns, sie laufen schon mit algerischen Fahnen durch die Straßen", sagt Matmour. Er hofft, dass die Gewalt dieses Mal nicht eskaliert. "Wir und unsere Fans dürfen uns nicht provozieren lassen."
Sollte der Traum von der ersten WM-Teilnahme Algeriens seit 1986 wahr werden, so wird Matmour das nicht wirklich feiern können. Donnerstag wird er zurückerwartet in Gladbach. "Wir brauchen ihn für das Spiel am Samstag in Frankfurt", sagt Trainer Michael Frontzeck. Matmour hat bereits eine Vorstellung von einer perfekten Woche für ihn: Erst mit Algerien die WM-Qualifikation schaffen, dann drei Punkte bei der Eintracht mitnehmen.
Ein anderer Borusse wird definitv nicht dabei sein in Frankfurt, denn er ist ausgemustert. Doch auch Steve Gohouri hält es für möglich, es noch zur WM zu schaffen. Die Elfenbeinküste, heute Gegner des DFB-Teams, ist qualifiziert, "und mein Trainer hat gesagt, dass ich in Südafrika dabei bin, wenn ich im Verein spiele", sagt der Ivorer.
Karim Matmour kann sich heute zur WM schießen, Steve Gohouri muss den Arbeitgeber wechseln, um auf seine Chance zu hoffen zu können. In Gladbach kann der Verteidiger bestenfalls im Regionalliga-Team mitwirken. Zuletzt spielte er in der U 23 beim 1:1 in Essen 90 Minuten und war stark.
Doch Spiele in der vierten Liga reichen nicht für die WM. Darum plant er den Abgang aus Gladbach im Winter. Wenn ein akzeptables Angebot kommt, kann er gehen. Wo er letztlich landet, "ist egal, ich will und muss spielen, auch, wenn es in der Zweiten Liga ist", sagt Gohouri.
Nachwuchsrunde Borussia spielt heute um 15 Uhr in beim belgischen Erstligisten Sporting Charleroi.
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