Borussia: Wunder gibt es nicht immer wieder
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.03.2011 - 10:08Es gibt im Fußball Schlüsselerlebnisse. Borussias 2:3 gegen Stuttgart war so eines, danach kamen die Zweifel auf, ob Michael Frontzeck es tatsächlich noch schaffen kann. Nach dem 1:3 gegen den FC St. Pauli fiel die Entscheidung, dass es ihm Borussias Bosse nicht mehr zutrauen. Frontzeck ging, Lucien Favre kam.
Nun dürfte das 0:1 gegen Kaiserslautern ein Spiel sein, dass die Hoffnung zerstört hat, dass Favre der Retter aus der Not werden kann. Es gibt noch keine eindeutige Faktenlage, man kann nicht sagen: Gladbach ist abgestiegen. Denn Borussia hat noch sieben Spiele. Aber dass sie in diesen so viel der 21 möglichen Punkte einsammelt, dass es reicht, erstklassig zu bleiben, das ist eher nicht zu erwarten.
Die Art und Weise, wie das Spiel gegen die „Roten Teufel“ verloren ging, war höllisch: Durch ein Eigentor, das am Ende jedes Aufbäumen lähmte. Wem so viel Schlechtes widerfährt, wie den Borussen in dieser Saison, der kann sich kaum gegen den Abstieg wehren – zumal, wenn er in den entscheidenden Situationen, in den Spielen gegen die direkten Konkurrenten immer die Nerven verliert statt zu siegen. Und immer wieder haarsträubende Fehler macht.
Die Mängelbilanz nach der Hinrunde, in der nur zehn Punkte eingesammelt wurden, ist eine zu große Hypothek, die nur mit einer unglaublich ertragreichen Rückrunde ausgeglichen werden kann. Dazu aber fehlt der Mannschaft ganz einfach die Konstanz. Daran konnte auch der akribische Favre bisher nichts ändern.
Borussia hat nun fast Planungsicherheit: Für die Zweite Liga. Favre hat bei seinem Amtsantritt angesagt, dass er, wenn seine Rettungsmission scheitert, ein Team aufbauen will, das sofort wieder aufsteigt. Daran kann er nun wohl in Ruhe arbeiten. Für seine Mannschaft gilt: Sie hat sieben Spiele Zeit, sich ehrenvoll aus der Bundesliga zu verabschieden, unter anderem gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund und dann den Hamburger SV am letzten Spieltag. Alles andere wäre ein Wunder. Auch wenn der Fußball sich immer eine Hintertür offen lässt für einen gewissen Wahnsinn: Wunder gibt es nicht immer wieder.
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