Borussia Mönchengladbach: Zwischen Kantersieg und Pleite
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 29.07.2011Borussia Mönchengladbach (RP). Das Spiel beim Drittligisten Jahn Regensburg ist auf dem Papier eine lösbare Aufgabe. Borussia hat jedoch schon gegen schwächere Gegner verloren – allerdings auch schon hohe Siege eingefahren.
Fussball Es wurde immer enger für Lucien Favre. In seinem ersten Jahr als Trainer von Hertha BSC siegte er in der ersten Runde des DFB-Pokals 3:0 bei der Spielvereinigung Unterhaching. Im zweiten Jahr gab es ein 3:1 bei Eintracht Trier zum Auftakt, im dritten allerdings benötigte Hertha beim 3:1 bei Preußen Münster schon die Verlängerung. Ein peinliches Aus in der ersten Pokalrunde blieb dem Schweizer, der in seiner Heimat immerhin schon zweimal Pokalsieger war (2001 mit Servette Genf und 2005 mit dem FC Zürich) aber erspart. Und so lautet sein Auftrag an seine Borussia heute Abend beim SSV Jahn Regensburg einfach nur: "Eine Runde weiter kommen."
Premiere für Heimeroth
Pokaltorwart Seit seinem Wechsel 2006 stand Christofer Heimeroth in zehn von elf Pokalspielen der Gladbacher, darunter allen fünf Auftaktspielen, im Tor. Diesmal fehlt er angeschlagen.
Sieger Borussia gewann auch schon ein Elfmeterschießen in der ersten Runde: 2001 bei den Amateuren von Mainz 05.
Schon achtmal gescheitert
Dass dies trotz eines zumeist unterklassigen Gegners gar nicht so einfach ist, haben die Gladbacher oft genug selbst zu spüren bekommen. Achtmal scheiterten Borussen-Teams bislang in der ersten Runde, vor allem in den letzten drei Fällen waren es peinliche Pleiten. Jeweils im Elfmeterschießen schieden die Gladbacher gegen die Regionalligisten Hannover 96 (1997), SC Verl (1999) und Bayern Münchens Amateure (2004) aus.
Doch selbst in seiner Glanzzeit wurde es für den VfL manchmal zum Auftakt der Pokalsaison ziemlich eng. So benötigte der frisch gekürte Deutsche Meister 1970 wenige Monate später gegen den Regionalligisten SV Alsenborn schon das Wiederholungsspiel, um in die zweite Runde einzuziehen. Und hätte es zwei Jahre später nicht den Modus mit Hin- und Rückspiel gegeben, hätte sich Günter Netzer im Pokalfinale nie selbst einwechseln und Gladbach zum legendären Pokalsieg gegen den 1. FC Köln schießen können. Denn in der ersten Runde 1972/73 verlor Borussia in der ersten Runde beim zweitklassigen Freiburger FC 1:3, machte den Fauxpas aber mit einem 7:1-Erfolg auf dem Bökelberg wieder gut.
Doch natürlich gibt es auch die anderen Spiele. Jene, in denen Gladbach seiner Favoritenstellung vollauf gerecht wurde. Den höchsten Pokalsieg aller Zeiten feierte Gladbach in direkter Nachbarschaft. In der ersten Runde 1977/78 siegte es beim 1. FC Viersen 8:0. 1986 siegte Borussia beim 1. FC Amberg 7:0, 1973 beim VfB Oldenburg 6:0, und 1981 beim SSV Dillenburg dank ihres überragenden Neuzugangs Frank Mill (fünf Tore) 7:2.
In ähnliche Bereiche kamen die Gladbacher in den letzten 20 Jahren nur noch einmal. 2008 siegte der Bundesliga-Aufsteiger beim Landesligisten Fichte Bielefeld 8:1, verpasste dabei aber angesichts einer 7:0-Halbzeitführung fahrlässig einen neuen Rekordsieg. Ansonsten war in den letzten Jahren eher Schwerstarbeit zu verrichten. In den Zweitligisten VfL Osnabrück (2007), FSV Frankfurt (2009) und Erzgebirge Aue im letzten August erwischte Borussia stets eines der kompliziertesten Lose, erledigte die Aufgabe aber jeweils souverän.
Nun steht Gladbach mit dem Drittligisten Jahn Regensburg vor einer lösbaren, aber unangenehmen Aufgabe. So wie Lucien Favre in seinen drei Berliner Auftaktspielen im Pokal. Dass er sie jeweils gewann, mag ein gutes Omen sein. Und es muss ja nicht wie bei seinem letzten Versuch erst noch in die Verlängerung gehen.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum









