Veilchendienstag in Mönchengladbach: So wird d'r Zoch 'ne Riesen-Sause
VON CHRISTIAN LINGEN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 - 09:07Mönchengladbach (RP). Um 13.11 Uhr setzt sich Deutschlands größter Veilchendienstagszug an der Lüpertzender Straße in Bewegung. Wir geben letzte Tipps, wo man am besten sieht, die meisten Kamelle fliegen und im Notfall Hilfe zu bekommen ist. Ab 13 Uhr berichten wir im Live-Ticker vom Zoch.
Wie wird das Zochwetter?
Die Jecken können heute den Regenschirm zu Hause lassen. Es ist zwar die meiste Zeit bewölkt, doch die Temperaturen liegen bei rund sieben Grad – also perfekte Zochtemperaturen. Wem es trotzdem kalt ist, der kann sich warmschunkeln. Auch fleißiges Kamellesammeln wärmt. Die Regenwahrscheinlichkeit bleibt mit knapp 20 Prozent gering.
Wie geht der Schlachtruf?
In Mönchengladbach grüßt man sich zu Karneval mit "Halt Pohl". Warum? 1936 hatte Oberbürgermeister Hans Poeschel die Idee, einen eigenen Karnevalsgruß zu erfinden, um sich vom Düsseldorfer "Helau" abzusetzen. Übersetzt bedeutet der Ruf "Halt die Stange" und steht für die Treue zum vaterstädtischen Karneval. Die Rheydter Karnevalisten freuen sich übrigens, wenn sie mit "All Rheydt" gegrüßt werden. Sie ziehen direkt vor dem Prinzenpaar mit und sind an ihrer schwarz-weißen Uniform zu erkennen.
Wie fange ich viele Kamelle?
Wer viel Wurfmaterial sammeln will, muss kräftig "Halt Pohl" rufen – je besser die Stimmung am Straßenrand, desto mehr Spaß macht es den Karnevalisten, Bonbons, Schokolade und Gummibärchen unters Narrenvolk zu bringen. Die meisten Jecken werden den Zugweg an der Hindenburgstraße säumen. Daher wird dort auch kräftig geworfen. An der Einfahrt zum Alten Markt und am Ende vom Haus Westland wird nicht geworfen. Aus Versicherungsgründen verzichten die Karnevalisten darauf, Kamelle in geöffnete Fenster zu werfen. Taschen und Beutel zum Sammeln sind okay; wer Schirme aufspannt, dürfte hingegen schiefe Blicke ernten. Bei aller Euphorie ist aber auch Vorsicht geboten. Die Gefahr, von einem Wagen erfasst zu werden, ist groß. Eltern sollten auf Kinder achten.
Wo ist der beste Platz zum Zoch-Gucken?
Auf der Hindenburgstraße wird es am vollsten. Für Chefkarnevalist Bernd Gothe ist dort die "Pole-Position". Die meiste Musik gibt es an der Ecke zur Friedrichstraße. Wer etwas über die einzelnen Gruppen erfahren möchte, ist am Alten Markt gut aufgehoben. Dort moderieren Horst Pawlik und Helmut Michelis auf dem RP-Bus den Zug. Kommentiert wird der Zug auch am Aretzplätzchen und an der Tribüne Ecke Hindenburg-/Friedrichstraße.
Wie komme ich am besten zum Veilchendienstagszug?
Die gesamte Innenstadt ist zwischen 11.40 Uhr und 19 Uhr komplett gesperrt. Es gibt umfangreiche Halteverbote. Daher empfiehlt es sich, das Auto zu Hause stehenzulassen und auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Ab 11.15 Uhr wird der Busbahnhof Europaplatz provisorisch zum Platz der Republik verlagert. Zwischen 11.30 Uhr und 13.30 Uhr werden auf den Linien 002, 006, 013, 015, 017, 019 und 023 Verstärkungswagen zum Platz der Republik eingesetzt. Wer mag, kann auch mit der Bahn anreisen. Dort gibt es keine Änderungen im Fahrplan.
Was ist mit Alkohol?
Gladbach ist eine Altbierstadt und das eine oder andere Bierchen gehört zum Feiern dazu. Doch dabei sollte es auch bleiben. "Wir wollen keine Alkoholexzesse beim Zug. Lasst uns gemeinsam feiern – aber vernünftig", sagt Bernd Gothe. Daher sollte auf harte alkoholische Getränke verzichtet werden. Auch Bier sollte nur in Maßen genossen werden.
Wo finde ich im Notfall Hilfe?
Sollte man unglücklich von Wurfmaterial getroffen werden oder aus einem anderen Grund Hilfe benötigen, kann man sich an alle uniformierten Helfer wenden. Dies gilt auch für den Fall, dass Menschen alkoholbedingt in Schwierigkeiten geraten. Polizei und Hilfsorganisationen sind per Funk miteinander verbunden. Am Zugweg gibt es 13 Rettungsstellen, an denen auch Ärzte zu finden sind. Insgesamt sind 200 Sanitäter im Einsatz, die zum Teil auch zu Fuß im Zug unterwegs sind.
Wo gibt es Behindertentoiletten?
Menschen mit Behinderungen und Rollstuhlfahrer können heute mehr Behindertentoiletten nutzen als sonst: am Geroplatz, am Kapuzinerplatz, an der Waldhausener Straße, an der Hindenburg-/Ecke Friedrichstraße, am Aretzplätzchen und am Europaplatz. Wildpinkeln ist wie immer verboten.
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