Mönchengladbach: 100 Spielplätze werden auf Gift geprüft
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 17.03.2008Mönchengladbach (RPO). Die Stadt Mönchengladbach untersucht 100 Spielplätze auf Gift. Auslöser ist der Fund von Arsen, Blei und Cadmium auf Bolzplätzen und in Sandkästen. Ursache für die Vergiftung ist offenbar Rotsplitt, der als Bodenbelag aufgetragen wurde – vor 20 Jahren. Seitdem haben Kinder und Jugendliche offenbar auf den vergifteten Plätzen gespielt. Erst seit 1990 müssen die Bodenbeläge mit Gütesiegeln zertifiziert werden. Deshalb könnten neben Gladbach weitere Städte und Gemeinden betroffen sein.
Der Spielplatz, auf dem das Gift zuerst entdeckt wurde, ist inzwischen durch einen Bauzaun gesperrt. Nur weil der Platz bebaut werden soll, wurde eine Bodenprobe gemacht. Sie brachte das schockierende Ergebnis: Der Prüfwert für Arsen ist um das Fünf- bis Sechsfache, der für Blei um das Dreifache erhöht. Das giftige Schwermetall wurde durch Wind und spielende Kinder auch auf den angrenzenden Spielplatz getragen. Bereits in kleinen Dosierungen wirkt sich Blei bei chronischer Einwirkung auf das Nerven- und Blutbildungssystem sowie auf die Nieren aus. Arsen, Blei und Cadmium sind krebserregend.
Auch bei einem weiteren Bolzplatz ist die Stadt fündig geworden: Im Geropark sind Cadmium und Chrom vorhanden, die in erhöhter Konzentration giftig wirken. Die Stadtverwaltung hat dennoch bislang nur den ersten Spielplatz gesperrt. Es bestehe derzeit keine akute Gefahr, heißt es.
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