Mönchengladbach: 107 Verletzte bei Gas-Unfall
zuletzt aktualisiert: 17.08.2008 - 13:18Unfall in einer Lackfabrik in Mönchengladbach. Aufgrund eines technischen Defektes einer Löschanlage sei eine große CO2-Menge frei geworden, sagt ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Die Polizei meldet bislang 107 Verletzte, davon sind 13 schwer verletzt.
Bei einem Unfall in einer Lackfabrik in Mönchengladbach sind am Samstag 107 Menschen verletzt worden. Nach einem Feuer sei durch einen technischen Defekt in einer Löschanlage Kohlendioxid unkontrolliert frei geworden, sagte ein Polizeisprecher. 19 Menschen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Die verletzten Arbeiter und Anwohner im Gewerbegebiet Güdderath klagten zumeist über Atembeschwerden und Übelkeit. Am Samstagnachmittag entspannte sich die Lage am Unfallort.
Die Löschanlage sehe eigentlich vor, dass bei einem Brand alle Zugangstüren zur Fabrik automatisch abgesperrt würden, berichtete der Polizeisprecher. Durch eine Lücke in der hermetischen Abriegelung sei das Gas ausgeströmt und habe Mitarbeiter und Anwohner verletzt. Als der kleinere Brand schon unter Kontrolle war, sanken drei Feuerwehrleute zu Boden und verloren das Bewusstsein, erklärte der Polizeisprecher. Sie mussten mit Sauerstoff beatmet werden. Kohlendioxid aus der Löschanlage hatte zu Atemnot geführt. Lebensgefährliche Verletzungen habe es aber nicht gegeben, betonte der Polizeisprecher.
Das farblose und nicht brennbare Kohlendioxid kommt mit einem Anteil von 0,03 Prozent frei in der Atemluft vor. Bei einem Anteil von vier bis fünf Prozent wirkt das Gas laut Experten betäubend. Ein Anteil von acht Prozent führt innerhalb weniger Minuten zum Tod durch Ersticken.
Insgesamt waren 480 Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Mithilfe von zwei Polizei-Hubschraubern gelang es, die Gaswolke mit Flugbewegungen über dem Unfallort aufzulösen. Am Nachmittag durchlüftete die Feuerwehr die anliegenden Wohnungen. Die rund 150 Anwohner sollen bis zum Abend in ihre Wohnungen zurückkehren können, sagte ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach.
Zuvor waren Beschäftigte und Anwohner im Gewerbegebiet Güdderath in Sicherheit gebracht worden. Das Gebiet wurde in einem Umkreis von rund zwei Kilometern abgesperrt. Auch Autobahnabfahrten und Bahnstrecken waren davon betroffen. Die Sperrungen sollten ebenfalls im Laufe des Nachmittags wieder aufgehoben werden. Innenminister Ingo Wolf (FDP) machte sich an Ort und Stelle ein Bild von der Lage.
Weshalb und wie das Kohlendioxid nach außen gelangen konnte, ist noch immer unklar. In den kommenden Tagen sollen Experten den genauen Grund für den technischen Defekt klären. Auch die Höhe des entstandenen Sachschadens muss noch ermittelt werden.
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