Mönchengladbach: 15-Jähriger legt in Haft Lebensbeichte ab
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.07.2010Mönchengladbach (RPO). Ladendiebstähle, Betrug, Beleidigungen – mehr als 60 Straftaten konnte die Polizei einem 15-Jährigen nachweisen, als der Richter ihn vor vier Monaten in Untersuchungshaft schickte. Und das war nicht die erste Strafmaßnahme für den kleinen Kriminellen.
Jetzt hat der Junge im Gefängnis seine "Lebensbeichte" abgelegt. Und dabei kam heraus: Der 15-Jährige hat noch mehr auf dem Kerbholz, als bisher angenommen.
Zehn Einbrüche gestanden
Wie Polizeisprecher Willy Theveßen gestern mitteilte, können die Beamten jetzt insgesamt neun Einbrüche in Kioske und einen weiteren in einen Drogerie-Discounter als geklärt verbuchen. All dies soll nämlich ebenfalls auf das Konto des 15-Jährigen gehen.
Offensichtlich zeigte die erneute Strafmaßnahme für den 15-Jährigen erste Wirkung. Laut Theveßen macht der Junge jetzt auch schulische Fortschritte. Das sah vor vier Monaten noch ganz anders aus. Anfang März konnte selbst die Verurteilung zu einem Jahr Jugendhaft ohne Bewährung den 15-Jährigen nicht von weiteren Diebstählen abhalten. Der Anwalt des jungen Mannes hatte damals gegen das Urteil Berufung eingelegt, so dass es nicht vollstreckt wurde und der Junge zunächst auf freiem Fuß blieb.
Bereits zwei Tage nach der Urteilsverkündung wurde er wieder beim Diebstahl von Bekleidung im Wert von über 100 Euro erwischt. Wenig später nahm ihn die Polizei wegen eines Mofadiebstahls fest. Diesmal ging der Junge in Untersuchungshaft.
Nun hat sich im Gefängnis bei dem Jungen anscheinend ein Sinneswandel vollzogen. Er ließ laut Theveßen über seinen Anwalt das Jugendkommissariat wissen, dass er umfassend über alle Straftaten, die er begangen hat, aussagen möchte. Dabei waren eben auch die Einbrüche, von denen die Polizei noch nichts wusste. Außerdem gab der Junge noch zu, an einem Motorrollerdiebstahl beteiligt gewesen zu sein.
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