Mönchengladbach: 16 Altpapier-Container geklaut
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.08.2007Mönchengladbach (RPO). Unglaublich, aber wahr: In den vergangenen Tagen sind 16 Papier- und drei Glascontainer verschwunden. Die Stadt geht davon aus, dass Metalldiebe es auf die 350 Kilogramm schweren Wertstoffbehälter abgesehen haben.
Wenn bei Rüdiger Mülders morgens das Telefon klingelt, bekommt er gleich Bauchschmerzen: „Ich denke jedes Mal: Da wird doch nicht schon wieder ein Container verschwunden sein.“ Rüdiger Mülders ist Disponent der Firma Vetten. Und die sorgt dafür, dass Altpapier- und Altglascontainer in der Stadt regelmäßig geleert werden. Doch dafür müssen die Behälter auch da sein. Tun sie aber nicht – zumindest nicht immer. Denn in den vergangenen Tagen sind 16 blaue Altpapier- und drei Glascontainer spurlos verschwunden. Manche sollen komplett mit Inhalt gestohlen, andere vorher entleert worden sein.
Die Serie begann bereits Ende Juli. Da fehlten auf einmal drei Glascontainer an der Wateler Straße. Ein Anwohner, der Flaschen wegbringen wollte, wunderte sich über einen leeren Containerstandort. Stadt und Entsorger auch. „Da haben wir uns aber noch nicht so viele Gedanken gemacht“, berichtet Mülders. Doch dann verschwanden immer mehr Container: Die jüngste Vermissten-Meldung stammt von gestern. „An der Einruhrstraße wurden zwei Container gestohlen“, sagt der Disponent.
Standorte
Wertstoffbehälter Knapp 500 Altpapier- und Glascontainer stehen im Stadtgebiet. Manche werden täglich geleert.
Tatorte Gestohlen wurden Container von der Wateler Straße (Glas), Wetschewell (Glas), Schlossstraße (Glas und Papier), Habichtstraße, Oststraße, Hohenzollernstraße, Lürriper Straße, Bökelstraße, Akazienstraße und Einruhrstraße (alles Papiercontainer).
Bei der Stadt geht man davon aus, dass die Täter den Stahlschrott verkaufen wollen. Container-Klau? Rüdiger Mülders hat so etwas vorher noch nie erlebt. Immerhin seien die Behälter so schwer, dass sie nur mit einem Kran angehoben werden können.
Augenzeugen wollen das sogar beobachtet haben. Einige hätten die Fahrer von Lkw mit Hebekran sogar angesprochen und gefragt, wieso sie denn die Container wegbringen würden. Zur Antwort soll gekommen sein: „Das ist schon okay. Wir tauschen die Behälter nur aus.“
Auch Rüdiger Mülders geht davon aus, dass der Abtransport der Container gesehen wurde. „Die Behälter stehen ja in Wohngebieten, zum Teil in der Nähe von Hochhäusern. Ruhige, abgelegene Ecken waren das in den meisten Fällen nicht.“
Bei der Firma EGN, der die Altpapier-Container gehören, ist man zwar darauf eingerichtet, dass Wertstoffbehälter ab und zu angezündet werden, aber dass gleich so viele Wertstoffcontainer verschwinden, ist ein Problem. Denn es gibt nicht so schnell Nachschub. „Wir bitten die Bürger um Nachsicht, wenn es zu Engpässen kommen sollte“, sagt Michael Neumann vom Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung. Und EGN-Sprecherin Christine Helmhold ruft Anwohner auf, darauf zu achten, dass nur Vetten-Fahrzeuge die Container entleeren. Ihr Unternehmen habe mittlerweile Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Auch Neumann bittet: „Falls jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat, die helfen können, den Übeltäter dingfest zu machen, sollte er sich umgehend mit der Polizei in Verbindung setzen.“
In der Stadt fragt man sich nun, ob sich der Aufwand für die Diebe lohnte. Pro Tonne Metallschrott gibt es etwa 80 Euro, sagt ein Fachmann.
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