Mönchengladbach: 16-Jährige brutal verprügelt
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 12.05.2009Mönchengladbach (RPO). Ein 15-jähriger Intensiv-Täter hat Sonntagnacht das Gesicht seiner Freundin zertrümmert. Die Polizei fand das schwer verletzte Mädchen in einer Telefonzelle am Römerbrunnen. Die 16-Jährige musste in eine Spezialklinik.
In der Nacht kurz vor 1 Uhr ging der Anruf bei der Polizei ein. Kurze Zeit später fanden Beamte der Wache Rheydt in einer Telefonzelle am Römerbrunnen ein schwer verletztes Mädchen. Wie Polizeisprecher Willy Theveßen berichtete, war die 16-Jährige "übelst zugerichtet". Ihr Gesicht wies massive Verletzungen auf. "Man konnte einen richtigen Schuhabdruck darin erkennen", sagte Theveßen.
Mädchen war vermisst gemeldet
Die 16-Jährige hatte in der Nacht noch selbst den Notruf wählen können. Den Polizisten erklärte sie, dass sie geschlagen und getreten worden sei. Über den oder die Täter sagte sie zunächst nichts. Ein Rettungswagen brachte das Opfer zunächst ins Krankenhaus Bethesda. Und obwohl die Klinik eine Fachabteilung für Mund- und Kieferchirurgie hat, musste die junge Frau noch in der Nacht aufgrund der Schwere der Verletzungen in eine Uniklinik verlegt werden.
Schon in der Nacht stellte sich heraus, dass die 16-Jährige vor mehreren Tagen in Düsseldorf von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden war. Schnell hatten die Sachbearbeiter für Jugendkriminalität einen Täter in Verdacht: den 15-jährige Freund der Düsseldorferin. Der Junge ist bei der Kriminalpolizei als Gewalttäter bestens bekannt und wird auf der Liste der Jugendlichen Intensiv-Täter, kurz JIT, geführt. JIT ist das Mönchengladbacher Programm für minderjährige Straftäter, die immer wieder bei der Polizei auffallen. Gestern Morgen begann die Fahndung nach dem Jungen. Die Beamten suchten alle möglichen Aufenthaltsorte auf.
Zu Hause bei seiner Mutter war die 15-Jährige seit Tagen nicht mehr gewesen. Wie sich später herausstellte, hatte er bei einem 16-jährigen Freund am Römerbrunnen Unterschlupf gefunden. Dass die Polizei nach ihm suchte, blieb dem 15-Jährigen nicht verborgen. Am Mittag stellte er sich der Polizei. Sein Freund meldete sich ebenfalls. Die beiden sollen gemeinsam das Mädchen zusammengeschlagen und -getreten haben. In seiner Vernehmung sagte der jugendliche Intensivtäter, dass er aus vergleichsweise nichtigem Anlass zugeschlagen habe: Man habe sich gegenseitig beleidigt. Dann prügelten der 15-Jährige und der Junge aus dem Römerbrunnen auf das Mädchen ein. Beide müssen äußerst brutal vorgegangen sein. Als die 16-Jährige bereits auf dem Boden lag, hätten sie ihr ins Gesicht getreten. Die Ermittlungen zu den Tathintergründen dauern noch an.
Der 15-jährige Intensiv-Täter wurde nach seiner Vernehmung festgenommen. Er soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden.
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