Mönchengladbach: 1800 flüchten nach Unfall
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009Mönchengladbach (RPO). Es passiert täglich vier- bis fünfmal: Ein Fahrer verursacht einen Unfall und macht sich anschließend aus dem Staub. Die Polizei hat ihr Personal verstärkt, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Mit Erfolg: Jeder Zweite wird erwischt.
Die Zahlen stagnieren auf einem erschreckend hohem Niveau: 8642-mal krachte es auf Gladbachs Straßen und Parkplätzen, 1791-mal flüchtete der Unfallverursacher. Das heißt: Jeder fünfte Fahrer fährt mittlerweile davon, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern. Dieser Umstand sorgt bei der Polizei für Besorgnis. "Unfallflucht ist ein äußerst sozialschädliches Verhalten", sagt Karl-Heinz Opdensteinen, Leiter der Direktion Verkehr. Denn das Opfer bleibe auf dem Schaden und dem Ärger sitzen, ohne etwas dafür zu können. Noch schlimmer sei, wenn es bei dem Unfall Verletzte gab. Auch das geschah im vergangenen Jahr nicht selten. 97-mal flüchteten Autofahrer, obwohl Menschen zu Schaden kamen.
Aufklärungsquote erhöht
Schon im vergangenen Jahr hat die Polizei laut Opdensteinen viel Zeit und Personal in die Bearbeitung der Unfallfluchten investiert. Mit Erfolg: So konnte die Aufklärungsquote erhöht werden. In mehr als 67 Prozent aller Fälle mit Personenschaden wurde im vergangenen Jahr der Täter ermittelt. Bei den Unfallfluchten mit Sachschaden wurden knapp die Hälfte aller Fälle geklärt. Zur Aufklärung ist die Polizei auch auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen, betont der Polizeioberrat. Zeugen sollten sich unbedingt melden, und nicht denken: "Das haben bestimmt auch andere gesehen, da brauche ich ja nicht..." Wer beobachtet, wie ein Auto auf einem Parkplatz beschädigt wird, solle Zivilcourage zeigen und den Unfallverursacher ansprechen.
Wie Opdensteinen betonte, ist Unfallflucht ein "vorsätzlich begangenes Delikt". Wer ein geparktes Auto anfährt und dann einfach verschwindet, müsse mit Bußgelder ab 2500 Euro aufwärts rechnen. "Und der Führerschein ist auch für Monate weg", sagt der Leiter der Verkehrsdirektion. Sogar Freiheitsstrafen drohen.
Höherstufung in der Versicherung
Warum sich immer mehr Fahrer nach einem Unfall aus dem Staub machen? Opdensteinen hat dafür mehrere Erklärungen. "Bei einem Drittel der Fälle mit Unfallflucht spielt Alkohol eine Rolle." Wahrscheinlich hätten aber auch viele vor der Höherstufung in der Versicherung Angst. Auch in Zukunft will die Polizei mit verstärktem Personaleinsatz an die Bearbeitung von Unfallfluchten herangehen.
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