Mönchengladbach: 2009: Vom Massaker in Winnenden geschockt
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 15.09.2009Mönchengladbach (RPO). Tim Rebig war 19, als ein Schüler an einer Schule in Winnenden ein Massaker anrichtete. Der 17-Jährige erschoss zunächst 15 Mitschüler, Lehrer und Passanten – als er von der Polizei gestellt wurde, tötete er sich selbst.
"Von all dem, was sich an diesem Vormittag ereignet hat, habe ich erst abends erfahren", sagt er. Sein Vater informierte ihn über einen der furchtbarsten Tötungsdelikte in der Geschichte der Bundesrepublik.
An diesem Morgen des 11. März 2009 ging Tim Rebig selbst noch zur Schule. Am Gymnasium am Geroweiher bereitete er sich im Unterricht auf seine bevorstehenden Abiturprüfungen vor. "Es war ein Tag wie jeder andere." Die Sonne schien, die Fünftklässler tobten auf dem Schulhof, wirklich Lust auf Mathe und Physik hatte keiner.
"Als ich nach Hause kam und mein Vater mir sagte, was passiert war, dachte ich nur: ,Ach du Scheiße!'", sagt Tim Rebig. Im Internet informierte er sich über Hintergründe der Tat in der baden-württembergischen Provinz. Sieben Jahre zuvor hatte ein 19-Jähriger in Erfurt bei einem Schul-Massaker 17 Menschen erschossen. "Ich fragte mich, warum so etwas wieder passieren kann."
Und was Gleichaltrige zu diesen Taten treiben würde. "Ich fände es gut, wenn es mehr Psychologen an Schulen geben würde", sagt er. "Man braucht Menschen, denen man sich mit Problemen anvertrauen kann." Nicht nur Familie und Freunden, sondern auch externen. "Sie können Schüler auf eine andere Art und Weise erreichen."
In seinem Unterricht sei das Massaker am Tag danach nicht thematisiert worden. "Die Vorstellung, dass so etwas an der eigenen Schule passieren könnte, ist noch immer total irreal", sagt Tim Rebig.
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