Mönchengladbach: 2010 kommt der Aufschwung
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010Mönchengladbach (RPO). Verhaltener Optimismus prägt die Gladbacher Wirtschaft. Große Events lassen die Hoteliers aufatmen, das gute Konsumklima beruhigt den Einzelhandel. Gewerkschaften und Arbeitsagentur fürchten mehr Arbeitslose.
So unterschiedlich die Branchen, so einheitlich das Urteil zum Wirtschaftsjahr 2009: Es war schlecht, aber nicht so katastrophal wie befürchtet. Entsprechend fallen die Prognosen und Erwartungen von Unternehmen und Institutionen aus. Ein leichter Aufschwung auf der einen Seite und eine höhere Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite sind die Pole zwischen denen sich die Prognosen bewegen. Aber ob Optimist oder Pessimist - sie sind sich in einem alle einig: 2010 wird ein gleichermaßen schwieriges wie aufregendes Jahr.
Agentur für Arbeit "Das Jahr 2009 ist zu Ende, aber die Krise nicht", resümiert Johannes-Wilhelm Schmitz, Chef der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach. Für 2010 erwartet er einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zum einen spielen dabei die Wetterbedingungen im Januar und Februar eine Rolle. Aber das ist es nicht, was Schmitz die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnet. Vielmehr ist für Mönchengladbach ein Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von rund 2600 auf dann 33 800 im Jahr prognostiziert. Schmitz hofft, dass die Realität der Prognose nicht folgt. "Wenn die tragenden Branchen nicht mitmachen, haben wir eine Chance dazu", sagt er mit Blick auf die Alten- und Krankenpflege.
IHK "Die Unternehmen hoffen, dass sie 2010 aus dem Tal der Tränen herauskommen", sagt Rainer Növer, Volkswirt bei der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Keine Euphorie, aber ein vorsichtiger Optimismus kennzeichne die Gefühlslage der Unternehmer. "Die Rahmenbedingungen verbessern sich zunehmend, die Weltwirtschaft erholt sich vorsichtig, die Maßnahmen des Konjunkturpakets beginnen zu greifen, zählt Növer die Gründe auf. Allerdings gibt es Unterschiede in den Branchen: Während sich die Investitionsgüter-Industrie noch schwer tut, sind die Unternehmen der Konsumgüter-Industrie optimistischer.
Gewerkschaft Trotz wirtschaftlicher Erholung befürchtet Hans Lehmann, Vorsitzender des DGB Kreisverband, Arbeitsplatzverluste. Aber nicht in allen Wirtschaftszweigen müssen sich die Arbeitnehmer Sorgen machen. "Die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen sind gewaltig", hat er festgestellt. Während die Metall- und Elektro-Industrie stark gebeutelt seien, gehe es der Energiewirtschaft gut.
Einzelhandel Die Krise hat den Einzelhandel bisher weitestgehend verschont. "Das Konsumklima ist gut", sagt Waltraud Loose vom Einzelhandelsverband. "Uns hat die Kurzarbeit gerettet." Allerdings laufen 2010 die ersten Kurzarbeit-Anträge aus. Dann müssen die Firmen wieder voll beschäftigen oder entlassen. "Wir haben die Befürchtung, dass dann die Umsätze zurück gehen", sagt Loose.
Hotellerie & Gastronomie "Wir sind grundsätzlich optimistisch", betont Andreas Graf, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Kreisgruppe Mönchengladbach. Unterstützt wird der Optimismus mit zahlreichen großen Messen in Düsseldorf sowie einigen Veranstaltungen in Mönchengladbach wie die Champions Trophy im Hockey-Park und das Nato-Musikfestival. "Diese Events hatten wir 2009 nicht", sagt Graf. Er rechnet damit, dass ab Frühjahr die Geschäfte wieder laufen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







