Mönchengladbach: 214 Unfälle mit Radfahrern: Polizei verstärkt die Kontrollen
VON SEBASTIAN RADERMACHER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009Mönchengladbach (RPO). Defektes Licht, fehlende Reflektoren oder abgefahrene Bremsen – die Mönchengladbacher Polizei kontrolliert in den kommenden Wochen verstärkt Fahrradfahrer in den Innenstädten von Gladbach und Rheydt. Gestern gab es bereits einiges zu beanstanden.
Marienplatz in Rheydt: Nach und nach winken Polizeihauptkommissar Harald Küster und seine Kollegen Radfahrer von der Straße. Bereits nach einigen Minuten gibt es die ersten Beanstandungen. Fehlende Reflektoren vorne, defektes Licht hinten. "Sie bekommen eine Mängelkarte, innerhalb von einer Woche müssen Sie das behoben haben", macht Polizeikommissar Thomas Bocks dem Radfahrer klar. Dem 56-Jährigen war das defekte Licht nicht aufgefallen, von benötigten Reflektoren hatte er noch nichts gehört. "Ich fahre viel, wechsle meine Bremsklötze auch alle vier Monate", sagt der Radfahrer. Die Mängel will er umgehend beheben.
Für Harald Küster sind unangepasste Kleidung und Defekte an den Fahrrädern gerade in der dunklen Jahreszeit die häufigsten Ursachen für schwere Unfälle. In Gladbach hat die Polizei in diesem Jahr bereits 214 Unfälle registriert, bei denen Radfahrer verletzt wurden – 37 Schwerverletzte und 177 Leichtverletzte. "Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl gesunken, das wollen wir auch in den nächsten Jahren erreichen", sagt Küster. Im vergangenen Jahr hatte es noch 279 Unfälle im Stadtgebiet gegeben, bei denen 32 Personen schwer und 247 leicht verletzt wurden.
Am häufigsten werden laut Küster Radfahrer ertappt, die im Dunkeln ohne Licht unterwegs sind. Zehn Euro Strafe sind dann fällig. Bei anderen Vergehen kann es auch schnell teurer werden. Die Nutzung des Radweges in verkehrter Richtung kostet 15 Euro, über eine rote Ampel fahren bis zu 100 Euro. "Ist die Ampel länger als eine Sekunde rot, gibt es auch einen Punkt in Flensburg", betont Küster.
In Gladbach werden die Radfahrer auch in den kommenden Wochen an mehreren Punkten der Innenstadt kontrolliert. Dann auch nicht nur an festen Kontrollpunkten, sondern auch aus dem fließenden Verkehr heraus. Vormittags vermehrt an Schulen, nachmittags an stark befahrenen Straßen. Eine erste Tendenz ist am Marienplatz in Rheydt schnell zu erkennen. Küster: "Heute sind rund 80 Prozent der Radfahrer mit Licht unterwegs – das ist überraschend."
Später wird auch der elfjährige Nico von Polizeikommissar Thomas Bocks aus dem Verkehr gewunken. Er ist mit seinem BMX-Rad in der City unterwegs. Sein Rad hat aber weder Reflektoren, noch Licht, geschweige denn eine Klingel. Das vekehrstaugliche Rad steht zu Hause in der Garage. "Dein BMX-Rad ist so nicht für die Straße zugelassen", erzählt Bocks dem Jungen. "Ich darf dich nicht weiterfahren lassen." Da Nico noch keine 14 Jahre alt ist, muss er kein Verwarngeld zahlen. Bocks hat eine andere Lösung: Er ruft die Eltern an und erzählt ihnen von der Kontrolle. "Bitte achten Sie künftig darauf, dass Ihr Sohn mit einem vernünftigen, verkehrstauglichen Fahrrad unterwegs ist." Nico muss sein Rad nach Hause schieben.
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