Mönchengladbach: 22. Brand in Zeugdruckerei
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2008Mönchengladbach (RPO). Für die Feuerwehrleute werden die Einsätze in der Mülforter Zeugdruckerei immer gefährlicher. Gestern Morgen hat es dort zum 22. Mal gebrannt, und mit jedem Feuer werden die alten Fabrikgebäude maroder. „Viele Bereiche gelten jetzt schon als akut einsturzgefährdet, und das wird schlimmer“, sagte gestern Feuerwehrsprecher Frank Nießen. „Löschen und dabei möglichst nicht die eigenen Kräfte gefährden“, heißt deshalb die Devise bei der Feuerwehr. Doch wie lange das überhaupt noch geht, ist die Frage.
„Ein großes Ärgernis“
Seit der Insolvenz der Mülforter Zeugfabrik im Jahr 2002 brennt es dort in schöner Regelmäßigkeit. Zuletzt waren die Einsatzkräfte im September in der Industrieruine an der Duvenstraße im Einsatz. Da hatte ein Kurzschluss den Großbrand ausgelöst. Im jüngsten Fall ist die Ursache noch nicht geklärt: Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Mit Wärmebildkameras hatten die Feuerwehrleute die Glutnester ausgemacht und abgelöscht.
Bei der Stadt denkt man schon lange fieberhaft darüber nach, wie man mit dem 450 Meter langen und 115 Meter tiefen Gelände umgehen soll. Eigentümer ist die insolvente Mülforter Immobilienverwaltung GmbH und Co. KG. Laut Stadtsprecher Dirk Rütten wurde das Gelände 2005 aus dem Insolvenzverfahren herausgenommen. Seitdem fehlt ein Ansprechpartner.
So zahlt der Steuerzahler die zahlreichen Feuerwehreinsätze in der alten Fabrik. Und nicht nur die. 25 Tonnen Altlasten musste die Stadt aus Sicherheitsgründen aus der Ruine entsorgen lassen. Preis: 19.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Kontrollgänge des Kommunalen Ordnungsdienstes und für die Bausicherung.
Denn dauernd müssen Fenster zugemauert, Warnschilder ersetzt und Schlösser an Türen erneuert werden. „Die werden regelmäßig geknackt und von Tätern durch neue ersetzt. Da steckt zum Teil eine ungeheure kriminelle Energie dahinter“, sagt Rütten. Und: „Die Situation an der Mülforter Zeugdruckerei ist für uns ein großes Ärgernis.“
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