Mönchengladbach: 300 kamen nach Rheydt zur Maikundgebung
VON CHRISTIAN LINGEN - zuletzt aktualisiert: 03.05.2010Mönchengladbach (RPO). Mit wehenden Fahnen setzte sich am Samstag ein 300 Mann starker Demonstrationszug am DGB-Haus an der Rheydter Straße in Bewegung. Sein Ziel war der Rheydter Marktplatz, wo eine Stunde später unter dem Motto "Gute Arbeit, gerechte Löhne und ein starker Sozialstaat" die Maikundgebung stattfand.
Neben Mitgliedern von IG Metall und Verdi beteiligten sich auch die Jusos und die Grünen an der Demo. Symbolisch trugen die Demonstranten seit 2005 verlorene Mönchengladbacher Arbeitsplätze in einem schwarzen Sarg zu Grabe. Bei der Kundgebung auf dem Marktplatz ging es inhaltlich um den Mindestlohn und sichere Arbeitsplätze.
Zu viele Schulden
Vor dem Infostand von Verdi waren Plantschbecken aufgestellt, in denen symbolisch der Mindestlohn, die Kopfpauschale und Arbeitsplätze baden gingen. Diese Begriffe hatten die Verdi-Mitglieder auf Pappteller geschrieben und diese an den Becken befestigt. Verdi-Mitglied Roswitha Mirbach griff in ihrer Rede die finanzielle Lage der Stadt auf. "Die Menschen in NRW brauchen eine Antwort auf die Frage, wie die Städte gerettet werden können", sagte die Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung.
Sie verwies darauf, dass die Steuereinnahmen nicht ausreichen, um die Schulden zu decken, und sieht Einrichtungen wie das Theater in Gefahr. Auch DGB-Kreisverbandschef Hans Lehmann griff ein lokales Thema auf. "Was bei Karstadt abgeht, ist eine Sauerei", schimpfte er. "Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht für Zocker."
Manfred Geneschen, Betriebsratsmitglied der Telekom, sprach von Ausbeutung durch die Arbeitgeber. "Die Angst um den Arbeitsplatz ist zu einem ständigen Begleiter geworden", sagte er. Auch Oberbürgermeister Norbert Bude griff das Thema der zu niedrigen Löhne auf. "Es kann nicht sein, dass viele Menschen Arbeit haben und trotzdem Hilfe von der Arge benötigen. Das ist ein Skandal", rief er den Menschen auf dem Rheydter Markt zu und erntete dafür viel Applaus. Günter Kursch rief zu mehr Solidarität zwischen Arbeitnehmern und Gewerkschaften auf. "Von 2005 bis 2010 sind 3200 Arbeitsplätze weggefallen", erklärte der Betriebsratsvorsitzende der Elektromotorenfabrik Schorch. "Von einem Mindestlohn kann nicht die Rede sein", sagte er.
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